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Ammenmärchen


1.Bauchweh

Manchmal wird gesagt, dass zwischen zwei Stillmahlzeiten mindestens 2 bis 3 Stunden Abstand sein müsse, damit "keine frische Milch auf angedaute" kommt.
Erstens ist Muttermilch so leicht verdaulich, dass sie in der Regel schon nach anderthalb Stunden aus dem Magen verschwunden ist. Zweitens ist zwar die Beobachtung richtig, dass häufigen Stillen bei manchen Kindern zu Koliken führt. Allerdings ist die Begründung dafür anders: Am Anfang der Mahlzeit ist die Milch wässrig, gegen Ende wird sie immer sahniger, während der Laktosegehalt gleich bleibt. Wenn die Mutter viel Mich hat und die Seite wechselt , bevor das Kind die sättigende Sahne bekommen hat, muss es sich an der anderen Brust wieder durch die wässrige Milch "hindurch trinken", bis es schließlich die Kalorien hat, die es zum Sattwerden braucht. Es kommt vor, dass das Kind dabei mehr Laktose aufnimmt als es verdauen kann - das führt dann zur Gasbildung im Darm. Abhilfe bringt erst eine Seite komplett leer trinken lassen. Bei zu viel Milch evtl. sogar bei der folgenden Mahlzeit erst die "leere" Seite anbieten.
Gegebenenfalls die nicht benutzte Seite per Hand entleeren um einen Milchstau zu verhindern.

2.Allergisch auf Muttermilch?!

Bei zwei seltenen , angeborenen Stoffwechselstörungen kann nicht oder nur teilweise gestillt werden:

  • Galaktosämie - Stillen ist überhaupt nicht möglich:
Die Galaktosämie ist eine sehr seltene Stoffwechselerkrankung. Bei der U2 werden die Neugeborenen darauf getestet. Dieses Leiden beruht auf dem angeborenen Fehlen eines Enzyms, wodurch sich Galaktose (ein Zucker) im Körper anhäuft. Das führt zu Wachstums- und Gedeihstörungen, grauem Star und Leberzirrhose. Unbehandelt sieht die Prognose sehr schlecht aus.
Behandlung: Weglassen von Galaktose und seinem Ausgangsprodukt Laktose aus der Nahrung. Also darf Milch in gar keiner Form gegeben werden!

Durch die Neugeborenentests wird jetzt auch eine früher unerkannte Form der Galaktosämie entdeckt, die so genannte Duarte-Variante. Diese ist sehr viel schwächer, und in der Regel kann zumindest teilweise gestillt werden.

  • Phenylketonurie - Stillen ist teilweise möglich:
Die Phenylketonurie ist eine seltene Stoffwechselerkrankung, nach der ebenfalls bei der U2 gefahndet wird. Es fehlt ein Enzym, wodurch es zu einer Anhäufung von Phenylalanin kommt (ein Eiweißbaustein). Diese Anhäufung verursacht unbehandelt hochgradigen Schwachsinn.
Behandlung: phenylalaninarme Diät. Da jeder Mensch geringe Mengen Phenylalanin braucht, kann in Absprache mit dem behandelnden Arzt zusätzlich zu einer phenylalaninfreien Spezialnahrung so viel Muttermilch gegeben werden, dass das Kind diese Mengen Phenylalanin erhält.

Eine Allergie auf Muttermilch als Solche gibt es also nicht!!!

Muttermilch wurde durch die Evolution über Millionen Jahre bei allen Säugetieren als bestens angepasste Nahrung entwickelt. Menschen gehören zu den Säugetieren.
Künstliche Säuglingsnahrung gibt es erst sein ca. 100 Jahrenů

Quelle: Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen