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Geburtsberichte

Geburtsbericht von Anonymus2

Wo fange ich am Besten an. Muss ich mal überlegen. Am Besten da, wie ich und mein Mann überhaupt auf das Geburtshaus gekommen sind.

Als ich schwanger wurde, habe ich beim Frauenarzt gearbeitet, also direkt an der Quelle und wir hatten immer wieder Hebammenpraktikantinnen aus dem Klinikum. Die haben leider nie etwas positives vom Geburtshaus gesagt, daher wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen da anzurufen und mal einen Termin auszumachen. Bis dann diese eine Patientin zu uns kam zur Schwangerschaftsnachsorge. Die hat so begeistert vom Geburtshaus erzählt, dass ich das unbedingt selbst sehen wollte und haben wir einen Infotermin vereinbart. So habe ich Katharina kennen gelernt . Ich habe mich ziemlich schnell dazu entschlossen im Geburtshaus zu entbinden wenn es möglich ist, und den Vorbereitungskurs mit zumachen. Geplant war dann die Vorsorgen abwechselnd bei Frauenarzt und Hebamme zu machen. Meine Chefin war überhaupt nicht von dieser Idee begeistert, denn sie war gleichzeitig meine Ärztin. Sie meinte, dass ich ja eine Risikoschwangerschaft bin wegen meinen Blutdruckproblemen, die ich während der Schwangerschaft bekommen habe. Ich muss aber dazu sagen, dass ich dagegen dann Tabletten genommen habe, wodurch es dann völlig normal war. Zumindest, wenn ich bei Katharina war. Denn komischerweise bei meiner Chefin war er immer etwas höher. Ich glaube aber, dass es daran lag, dass ich auch immer bei ihr etwas Angst hatte. Es ging dann so weit, dass sie mich recht oft fertig gemacht hat, dass ich nicht mehr zur ihr zur Vorsorge ging, sondern nur noch zur Katharina. Ich muss sagen, das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, denn seit dem Zeitpunkt war mein Blutdruck bestens und wir haben ihn gut im Auge behalten. So jetzt aber mal zum eigentlichen Punkt.

Unsere Tochter wurde am Dienstag den 26.02.2008 in der Früh geboren. In der Nacht um 1 Uhr ist bei mir der Schleimpfropf komplett abgegangen. Kurze Zeit später, nachdem das passiert ist, haben auch die Wehen angefangen. Am Anfang war ich mir nicht sicher und habe auch nicht gleich meinen Mann geweckt, sondern hab mich ins Wohnzimmer verzogen, weil ich da in Ruhe umher laufen konnte. Denn liegen oder sitzen war für mich eine Qual, ich wollte in Bewegung sein. Nach einer Weile habe ich ihn dann geweckt und ihm gesagt, dass es los geht. Er meinte dann in welchen Abständen die Wehen kommen. Ich konnte es ihm nicht sagen, weil ich nicht aufgepasst habe. Sie waren nicht wirklich schlimm, aber auch nicht unbedingt angenehm. Somit habe ich ihn dann noch mal schlafen geschickt und hab mal eine Stunde meinen Wehen beobachtet und festgestellt das sie alle 5 Minuten kommen, aber relativ kurz sind. Ich hab ihm das dann gesagt und mal Katharina angerufen und ihr gesagt, dass ich denke, dass es los geht. Sie meinte ich solle mich noch mal hinlegen und versuchen zu schlafen, weil ich meine Kräfte brauche. Das hab ich auch versucht, leider nur ohne Erfolg. Nach drei Wehen war ich wieder aus dem Bett raus und bin rumgelaufen. Ich hab sie dann nach einer Weile noch mal angerufen und gefragt was ich machen soll und gefragt, ob ich in die Badewanne dürfe, denn ich hab mich nach Wärme gesehnt. Ich habe auch das OK von ihr bekommen. Ich habe es keine 10min in der Wanne ausgehalten. Stattdessen bin ich dann wieder rum gelaufen. Mein Mann hat soweit dann auch schon alles ins Auto getan und hat die Tiere versorgt. Um 5 Uhr hab ich ihn dann gebeten, dass er doch Katharina anrufen solle, denn die Wehen kamen öfter und waren schmerzvoller, aber nicht wirklich länger. Was mir halt etwas Angst machte, wenn ich jetzt so im Nachhinein überlege. Ich hatte doch mehr Angst vor der Geburt, als ich gedacht hatte. Irgendwie hatte ich auch die Befürchtung, dass mir mein Kreislauf nicht mehr lange mitspielt oder dass wir sogar zu spät ins Geburtshaus kommen. Wir haben dann mit Katharina ausgemacht, dass wir uns um 6 Uhr im Geburtshaus treffen. Als wir dort angekommen sind, hab ich mich gleich viel wohler gefühlt. Das Zimmer, in dem die Geburt vorgesehen ist, war super nett eingerichtet. Die Kerzen waren auch schon an, was ein angenehmes Licht machte. Ich merkte, hier kann ich mich geben, wie ich mich fühle und das tun, was ich für richtig halte. Nach ein paar Wehen wollte Katharina dann das CTG anlegen, weil wir das vorab so ausgemacht haben, um sicher zustellen, dass die Kleine gut versorgt ist. Denn eigentlich ist das nicht so üblich, weil man da natürlich in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Wir haben es auch versucht, aber nach jeder Wehe hatte ich das Bedürfnis aufs Klo zu gehen, weil ich so einen Druck auf der Blase verspürte. Katharina hat das auch gemacht, aber irgendwann ging es nicht mehr und ich wollte das CTG nur noch los werden. Ich habe Katharina darum gebeten es mir runter zu machen. Das hat sie auch getan. Wobei ich mir aber sicher bin, dass das im Krankenhaus nicht gegangen wäre. Wir haben halt dann viel öfter mit dem tragbaren CTG-Gerät kontrolliert. Irgendwann war ich dann auch soweit, dass ich unbedingt Schmerzmittel wollte. Ich hatte immer gesagt, dass ich keine möchte, aber ich war so fertig. Dafür aber musste ich mich ins Bett legen und das war furchtbar für mich. Irgendwann lag ich doch dann im Bett und Katharina konnte den Muttermund abtasten. Als sie fertig war meinte sie, sie könne mir kein Schmerzmittel geben, denn bis das wirkt, ist die Kleine schon da. Ich wollte das aber nicht glauben und hab immer wieder um Schmerzmittel gefleht. Hab sogar gesagt, dass ich ins Krankenhaus möchte, was ein totaler Blödsinn war. Sabine kam dann auch hinzu, als es langsam zum Ende ging und ich hab sie auch noch mal gefragt. Bekam aber da natürlich das Gleiche zu hören. Im Vorbereitungskurs hatten wir ja dann die Stellung mit dem Seil und der Hocke ausprobiert. In diese bin ich aber erst als Katharina und Sabine mich darauf hingewiesen haben. Selbst glaube ich, wäre ich da nicht drauf gekommen. In jeder Wehenpause bin ich dann gestanden und ich war froh, dass mein Mann und die Hebammen da waren, denn sie haben mir jedes Mal wieder auf die Beine geholfen. Was mein Mann auch schon auf der Toilette mit mir gemacht hat, denn ich bin von der auch ohne Hilfe nicht mehr hochgekommen. Sabine hat mir dann gesagt, dass ich noch für ein paar Wehen ins Bett müsste, auf die Seite, damit sich der Kopf noch etwas besser drehen kann. Zum Glück war das nach drei Wehen geschehen und ich konnte wieder raus. Sie haben dann an den Bettrand noch den Geburtshocker gestellt. Somit konnte ich mich dann auch hinsetzen und mich an meinen Mann anlehnen der auf dem Bettrand hinter mir saß. Der Druck war teilweise nicht auszuhalten. Sabine und Katharina mussten mich immer wieder dazu anhalten, dass ich über den schmerzenvollen Punkt presse, damit mein Baby kommen kann. Das war teilweise nicht so einfach, weil ich Angst hatte, es könnte noch mehr weh tun. Wenn ich aber über den Punkt gepresst habe, war es nicht wirklich schlimmer, es war eher sogar eine Erleichterung. Ich weis nicht wie viele Wehen es waren bis der Kopf da war, aber nachdem er da war, ging es glaub ich recht schnell und dann auf einmal lag mein Baby da unten am Boden. Katharina hat gesagt sie ist da. Um 7:17 Uhr ist sie geboren, also eine gute Stunde nachdem wir im Geburtshaus waren. Ich konnte es gar nicht glauben, dass da unten mein Baby liegt, meine süße Tochter, auf die ich die ganzen Monate gewartet habe. Ich muss meinen Mann anscheinend auch immer wieder gefragt haben, ob das auch wirklich mein Baby ist, bis ich sie dann in die Arme genommen habe. Vorher hatten wir noch das T-Shirt ausgezogen. Mir haben dann alle ins Bett geholfen. Ich hatte das Gefühl irgendwie in Trance gewesen zu sein, weil ich das alles nicht so wirklich mitbekommen habe. Das Meiste hat mir mein Mann erzählt. Ich lag dann da im Bett mit meiner Tochter. Das war so wunderschön, mein Baby endlich bei mir zu haben und meinen Mann der mir eine Große Hilfe war. Ich konnte sie auch in aller Ruhe das erste Mal stillen. So lagen wir drei im Bett und die Stunden vergingen. Mein Mann hat dann die Familie angerufen und Bescheid gegeben, dass endlich unsere Tochter da ist. Ich weiß, dass ich nach einer Weile zu meinem Mann gesagt habe, als wir da im Bett lagen, dass ich kein Kind mehr möchte. Muss es aber zurück nehmen, ich wusste nach ein paar Stunden schon nicht mehr wie die Schmerzen waren. Gute 7 Wochen nach der Geburt weiß ich, dass ich auf jeden Fall noch mal ein Baby möchte. Denn jetzt weiß ich, dass ich es noch mal schaffen werde, ein Kind auf die Welt zu bringen.

Für mich war es die beste Entscheidung im Geburtshaus zu entbinden und würde es sofort wieder machen. Denn diese Atmosphäre, die man hat, findet man sonst nirgends, außer bei sich zuhause. Wie schon vorher erwähnt, habe ich mir viel von meinem Mann erzählen lassen müssen. Meiner Meinung nach ist bei Frauen, die sich an die Schmerzen erinnern können, irgendwas bei der Geburt schief gelaufen. Denn wenn alles passt und man sich sicher und in guten Händen fühlt, kann man sich daran, glaub ich, nicht mehr erinnern. Zumindest geht es mir so.

Für diese tolle Erfahrung, bin ich Katharina und Sabine sehr dankbar. Denn sie haben mich dabei unterstützt mein Kind so auf die Welt zubringen.