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Geburtsberichte

Hausgeburt

Hausgeburt unsres dritten Kindes am 17.02.06

Am 16.2. bin ich abends schon ganz unruhig gewesen und habe noch mal geputzt. Stephan hat die Mädels ins Bett gebracht und blieb auch gleich liegen. Ich sah mir noch Frida Kahlo im TV an. Gegen halb zwölf bin ich dann ins Bett, wo auch nach kurzer Zeit die erste Wehe kam. Hab dann bis um kurz nach ein Uhr so vor mich hingeatmet und beschlossen, die Wohnung noch komplett fertig zu machen, damit morgen dann das Baby kommen kann ;o)

Um drei Uhr musste ich schon ziemlich veratmen und war auch nicht mehr still, die Wehen kamen auch schon ziemlich regelmäßig. Ich hab dann das mit Folie bezogene Laken auf die Matratze gelegt, Kerzen angezündet und leise Musik (Mozart mit Meeresrauschen hinterlegt) angemacht. Um fünf Uhr hab ich dann Stephan geweckt, damit er Feuer macht, weil ich mich endgültig fürs Wohnzimmer als Geburtsort entschieden hatte. Er war sofort in voller Montur angezogen, wofür ich ihn noch belächelt habe, weil's meiner Meinung nach noch länger dauern würde… Die Wehen musste ich nun schon ganz schön vertonen, aber mir ging`s so gut, dass ich noch lange nicht an Geburt dachte… um halb sechs meinte Stephan, dass ich jetzt gefälligst Sabine anrufen soll. Ich hab`s dann getan, aber eigentlich nur, weil er es so dringend wollte, ich dachte, dass sie dann eben umsonst neben mir rumsitzen muss… Als sie mich am Telefon hörte, meinte sie, dass sie sofort packt und zu mir kommt. Und falls die Blase platzen sollte, solle ich nicht mehr aufstehen (bei Mehrgebärenden ist es ja oft so, dass die Babys nicht fest im Becken liegen und dann ja immer noch die Gefahr besteht, dass die Nabelschnur vorfällt oder dass es sich noch mal spontan dreht). Dann fragte sie, ob denn der Schleimpfropf schon weggegangen sei. Das musste ich verneinen und kam mir irgendwie doof vor, weil ich sie so "früh" anrufe… Kaum aufgelegt kam die nächste Wehe und auf einmal meldete sich Amelie aus dem Schlafzimmer. Stephan hat ihr ne Flasche gemacht und ich lag überm Pezziball und tönte grad so vor mich hin, als Amelie auch schon in der Tür stand. Sie hat sich alles kritisch angekuckt, ich hab sie noch mal gedrückt und Stephan meinte, dass er sie zu meiner Mutter runter bringt, da könne sie dann weiterschlafen.

Ich bin dann aufs Klo und während ich eine Wehe veratmete, platzte mir mit einem "Knall" die Fruchtblase. Da saß ich nun und hatte den Satz "Sofort hinlegen" im Kopf. Ich rief nach Stephan, aber er war noch unten. Nach ein paar mal brüllen bin ich aufgestanden und einfach allein ins Wohnzimmer vor. Da hab ich mich dann auf die Matratze gelegt und noch mal nach Stephan gebrüllt. Der kam dann irgendwann und fragte ganz hektisch, was los sei. Er hat mich tatsächlich nicht gehört (soviel zum Thema, dass einen das ganze Haus hört…) Ich hatte dann auf einmal schon den Drang zu schieben und hab das auch gleich Stephen erzählt. Der wurde ziemlich panisch und hat Sabine nochmal angefunkt. Da hatte ich so nen Moment, in dem ich die ganze Situation urkomisch fand: Ich lieg auf der Seite und darf nicht aufstehen, Stephan sollte jetzt eigentlich gar nicht hier sein (ich wollte diesmal ja nur mit Sabine gebären, weil es ihn immer so fertig macht) und Sabine war nicht da. Ich musste dann lachen und meinte, dass wir das Kind jetzt auch alleine kriegen. Stephan sah mich ganz erschrocken an und ich versuchte ihn zu beruhigen. Ich war mir einfach sicher, dass alles passt. Irgendwann in der Zeit muss Stephan Sophia aus dem Bett gezogen haben und auch zu meiner Mutter runter gebracht haben, dabei bin ich mir sicher, dass die alles verschlafen hätte… Dann kam schon Sabine (Stephan erzählte später, dass sie um 6 Uhr da war nur noch schnell ihre Schuhe von den Füßen kickte und ins Wozi rannte), Stephan stürzte ihr entgegen und sie kam auch ganz hektisch. Er war dann sofort weg (sollte starken Kaffee für den Dammschutz machen, was wir bis dahin ganz vergessen hatten - aber dann ja eh nicht mehr brauchten) und sie breitete noch Wegwerfunterlagen unter mir aus. Irgendwie schaffte ich es noch in den Vierfüßler und sie meinte auch, dass ich einfach schieben soll, dann hätt ich bald mein Baby. Keine Ahnung, nach zwei oder drei Wehen war`s dann da. Einfach so, es tat lange nicht so weh, wie ich befürchtet hatte und war so ein befreiendes Gefühl, als ich merkte, wie sich der Kopf durchschob. Das war um 6 Uhr und 8 Minuten. Ich hab mich hingesetzt und den brüllenden Zwerg zu mir genommen. Sabine hat uns zugedeckt (mit unsren Handtüchern, die vorm Ofen gewärmt wurden) und Stephan kam wieder. Da viel mir ein, dass jetzt niemand gekuckt hat, was es ist. Ich fühlte unters Handtuch - ein Junge! Sabine hat mir wohl nicht geglaubt und hat nachgeschaut. Wir haben dann gekuschelt und einfach den Moment genossen. Er hatte übrigens trotz der ganzen Turnerei und dem ständigen Stellungswechsel bis zum Schluss die Nabelschnur nicht einmal um den Hals und auch keinen Knoten oder so drinnen. Irgendwann war die Nabelschnur auspulsiert und Sabine meinte, dass bald die Plazenta kommt. Das war aber nicht mehr schlimm. Sabine beschreibt es im Vorbereitungskurs als "streicheln der Muschi" und genau das ist es. Und obwohl der kleine Kerl ein Riese war (4220g und 53cm), bin ich weder gerissen noch geschürft oder so… Nach ner Zeit hat Stephan die Mädels geholt, die ganz entzückt (Sophia) und verwirrt (Amelie) den Neuankömmling bestaunt haben. Sophia hat sich übrigens mit mir zusammen die Plazenta angeschaut, fand sie alles sehr interessant. Nach ca. 2-3 Stunden hat uns Sabine dann allein gelassen und wir mussten uns noch auf einen Namen einigen, war gar nicht so leicht ;o)

Was mich wundert: Ich war die ganze Zeit über so klar im Kopf und auch jetzt kann ich mich noch so gut an alles erinnern. Von den andren Geburten kenn ich es so, dass ich gerade zum Schluss zu in eine Art Trance gefallen bin (hört sich das jetzt esotherisch an *lach*). Aber da wollte ich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr sprechen, mich nicht mehr unnötig bewegen und so, da hab ich mich abgeschottet und diesmal hab ich sogar noch auf die Uhr geschaut, Stephan beruhigt…

Was ich noch anmerken möchte: Ich hatte eine sehr komplizierte Schwangerschaft, da ich eine Vorderwandplazenta hatte und diese Anfangs auch teilweise über dem Muttermund lag. Dazu drehte sich der Kerl andauernd und machte auch noch 2 Wochen vor der Geburt eine Drehung. Mein FA meinte, dass ich keinesfalls eine Geburtshausgeburt wagen soll (von einer Hausgeburt erzählte ich ihm gar nichts *g). Aber Sabine hat mich immer wieder beruhigt und mir Mut zugesprochen. Dank ihr, war ich auch sehr entspannt und hatte genau das richtige Vertrauen in mich und meinen Körper.