Startseite

Geburtsberichte

- Franz William
- Philipp Christian
- Anonymus1
- Anonymus2
- Anonymus3
- Amelie
- Hausgeburt
- Anonymus4
- Krümel
- nach Sectio

Was (werdende) Mamas wissen sollten/wollen

Stillen

Die sanfte Geburt

Bildergalerie

Tipps von Mamas für (werdende) Mamas

Tragen

Begrifferklärungen

Stillgruppe

Onlineshop

Tagesmutter

Schlafen

Kaiserschnitt

Ammenmärchen

Literatur

Links

 

 

Geburtsberichte

Geburtsbericht 2009

Es fing ja schon ein paar Tage vorher an...
wie viele Frauen hatte ich ja leicht verstärkten Ausfluss zum Schluss der Schwangerschaft.
Am Samstag waren erstmals ein paar Tropfen Blut dabei, mehr nicht, und auch nur in der Frühe.
Montag war trotz Feiertag vorsorge bei meiner Hebamme, früh wieder ein paar Tropfen Blut, wir haben erstmals CTG geschrieben, weil ich merkte das die Bewegungen vom Kind langsam weniger werden. Normal für diese Woche, war ja schon in der 40SSW.
Kind ist fit und munter, alles im grünen Bereich. Im Urin etwas Blut, was auch normal ist wenn man "zeichnet".

Dienstag kein Blut im Ausfluss, dafür wie fast jeden Abend mein Essen wieder rausgespuckt. Habe aber dann super geschlafen.

Mittwoch früh wieder etwas Blut, bin nochmal ins Bett habe nochmal knapp 20 Min. geschlafen, auf die Toilette gemusst, war schon alles leicht feucht. Auf der Toilette war dann klar, ich hatte im Schlaf einen Blasensprung gehabt! Mein Mann kam gerade die Treppe hoch und wollte fragen ob er zu seinen Terminen fahren kann. Nein Schatz bleib doch lieber hier!

Wehen noch keine, bin dann erst mal ins Bad, Zähne putzen etc. Mich anziehen, höre plötzlich den Großen heulen. Ab und zu zog es mal etwas im Bauch.
Bin zu ihm hin, gefragt was los ist, Papa hat gesagt er soll sich sofort anziehen. Getröstet, beim Anziehen geholfen, den Papa angeschnauzt, er soll das Kind nicht anschnauzen.
Ja er hat Angst dass es wieder so schnell losgeht, wie damals! Klar wenn ich noch Zähne putzen kann.

Nachdem mein Mann mich verrückt machte, es im Bauch doch langsam zog, habe ich im Geburtshaus angerufen, muss man sowieso, nicht das dann keiner da ist.
Außerdem wollte ich nicht erst fahren, wenn die Wehen schon in kurzen Abständen kommen, dafür ist die Fahrt doch zu lange.
Ins Auto noch ein Handtuch gelegt, losgefahren, eine Umleitung fahren müssen!!!! und plötzlich merke ich wie ein ganzer Schwall Fruchtwasser kommt.
Zum Glück war über der Babyschale noch ein Großes Handtuch, das noch untergelegt, ich war sowieso schon nass ohne Ende.
Im Auto fingen natürlich prompt richtige Wehen an, total ätzend da was zu veratmen.
Endlich am Geburtshaus angekommen, wieder total viel Fruchtwasser abgegangen, da bin ich aber vor der Tür stehen geblieben.

Hebammenschülerin meinte, gut reichlich Fruchtwasser und absolut klar, das ist ein gutes Zeichen.
Mann und Kind erst mal zum Frühstücken geschickt, ab zum großen M und lasst euch bloß Zeit!
CTG geschrieben, Wehen waren erst mal wieder weniger.
Fieber gemessen, das regelmäßig beim Blasensprung bis zur Geburt.

Tja und dann fing das lange Warten an.....
Wehen waren von Anfang an deutlich unter 10 Min. aber keine langen Wehen. Dazu tat mir teilweise die Symphyse mehr weh als die Wehe.
Wir hätten auch noch draußen spazieren gehen können, das ist aber doof wenn man die ganze Zeit ausläuft und dabei immer wieder ein ganzer Schwall abgeht. Das muss ein Swimmingpool gewesen sein.
Bin somit im Geburtsraum hin und her gelaufen, die Wehen habe ich entweder an der Sprossenwand oder der Badewanne veratmet. Eine Zeitlang hat mir die Schülerin unter den Wehen das Steißbein massiert, bis ich das irgendwann nicht mehr aushalten konnte.
Haben es dann in er Wanne versucht, tja dem Baby hat es gefallen, das war super entspannt (merkt man an den Herztönen) aber für die Schmerzen und wehen hat es nichts gebracht. Ohne Wehen war es für mich auch fast zu entspannend aber unter der Wehe, wusste ich nicht welche Position ich einnehmen soll. Es tat einfach nur alles weh.

So war die erste Geburt nicht gewesen.
Hebamme hat mich dann wieder rausgeholt, ich wäre fast nicht mehr alleine hochgekommen und ich bin wieder spazieren gegangen. Muttermund erst bei 4 cm.
Irgendwann hat sie mir noch erzählt Mann und Kind sind vom Spielplatz wieder da.
Bin dann wieder spazieren gegangen, habe dabei immer wieder gejammert, ich habe das Gefühl das Kind bekommt die Kurve nicht. Und die Hebammen immer wieder, noch nicht !!!
Nochmal gefragt wie schwer mein Großer bei der Geburt war, 3280 gr, also dieses Kind ist schwerer. Ich dann mal gefragt wie schwer denn überhaupt, super ausweichende Antwort bekommen, kann man schlecht bei meinen Individualschichten tasten, klasse Ausdruck für Bauchspeck.

Irgendwann war ich fix und fertig, mir zitterten die Knie, Traubenzucker hatte ich schon wieder ausgespuckt, ob ich was essen will, da kam es mir schon hoch. Spezi, keines da, aber Cola. Doch in meiner Tasche ist Spezi!!! Immer wieder einen Schluck voll genommen, das tat erst mal gut.
Geschwitzt hatte ich wie verrückt aber auch fast drei Liter während der Wehen getrunken.
Später ging dann aber wieder nur noch Wasser pur.

Hebamme meint ich soll es mal im Vierfüßler versuchen, super nur mir wurde schlecht. Aber Muttermund bis auf einen Saum verstrichen ! Ich habe noch Globuli bekommen, wollte aber wieder hoch und konnte endlich bei den wehen mitschieben.
Sie hat noch gefragt ob sie meinen Mann wegschicken soll, ob mich das stört, wenn der Große zu hören ist. die haben oben gespielt und dabei war halt mal Lärm. Ich ganz erstaunt das die überhaupt da waren, ich hatte das nicht mehr mitbekommen.
Meine Symphyse, die vorher so wehtat, meldete sich auf einmal überhaupt nicht mehr und mir tat wirklich nur noch die wehe weh und das ist wirklich nicht so schlimm.

Ich soll lieber in den Vierfüßler, wir legen mehr Kissen unter, damit ich relativ aufrecht bin. Konnte bei den Presswehen super mitschieben, zwischendurch hat die zweite Hebamme mit mir Zilgrei-Atmung gemacht, tut dem Kind gut und der Mutter, außerdem habe ich mal zwischendurch hyperventiliert.
Zwischendurch merkte ich den Dammschutz mit warmen Kaffee, auf einmal schrie meine Hebamme Kissen weg, das ich mit dem Kopf flach auf dem Bett lag, was aber ok war, mir wurde nicht mehr schlecht dabei und zwei Wehen später war da etwas Kleines da.

Ich habe kurz geguckt, aha ein Junge, dann erst mal verschnauft, ich war so k.o. Meine Hebamme hat den Kleinen dann schon vor gereicht, da habe ich ihn dann selber vom Boden hochgenommen. Bekam noch einen Anpfiff Baby braucht doch jetzt Haut und dann haben wir irgendwie das T-Shirt ausgezogen.

Meine Hebamme hat gefragt ob sie gleich Mann und Kind holen sollen oder ob ich erst ins Bett will. Ich überlegt, lieber ins Bett, dann können wir besser kuscheln.
Schnell noch vor dem Bett aufgeräumt, sah ja durch das viele Fruchtwasser viel blutiger aus als es überhaupt war.

Und da kamen sie schon. Das Baby ist da!!!! vorsichtig gestreichelt, was ist es denn. Ja guck doch nach.
Der Große nimmt vorsichtig das Handtuch weg, ein kleiner Bruder!!!
Wir haben dann im Bett gekuschelt, später war die Nabelschnur auspulsiert, abgeklemmt und durch geschnitten (musste die Hebamme machen, von den Männern wollte keiner) und kurz danach kam auch schon die Plazenta.
Da saß mein Großer neben mir im Bett, war zwar dabei, hat aber auch überhaupt nichts gesehen, was für Kinderaugen nichts gewesen wäre.
Baby blubberte immer mal wieder Fruchtwasser heraus, ich habe mal versucht ihn anzulegen. meinten alle noch wird noch zu früh sein, wenn er noch so spuckt aber kurz danach ging es und er wollte gar nicht mehr los von der Brust!

Kurz danach war es dem Großen zu langweilig, er ist raus und da war dann gleichaltrige Sohn meiner Hebamme da und dann sind die Zwei Lego spielen gegangen. Zwischendurch war ich zwar mal eine Zeit alleine mit dem Baby, weil Papa mit musste aber das war auch ganz nett. Mir war da schon klar dass ich den nächsten Tagen noch genug kuscheln müsste - mit beiden.

Da haben wir dann mal geguckt, Dammriss und zwar ein richtig blöder Hautriss, der vielleicht auch so hätte heilen können aber bei einer dummen Bewegung meinerseits auch weiter hätte reißen können.
Und da es ein blöder Hautriss war, kann man zwar betäuben aber es wirkt nur teilweise.
Da es aber nur drei Stiche waren, war es erträglich. Baby war solange beim Papa.
Bin dann duschen gegangen, vorher war ich schon mal alleine auf der Toilette, da ich bis dahin weitere zwei Gläser Spezi getrunken hatte, ging das auch ganz gut. Hebammenschülerin meinte noch langsam, ich soll nicht aus dem Bett springen.
Nach dem Nähen fand ich es dann doch anstrengender als vorher.

Do derweil wurde das Baby vermessen und dabei kam heraus meine Hebamme hat den Kleinen auf 3800 gr geschätzt und wollte mir nur keine Angst machen, darum hat sie immer so ausweichend geantwortet. Dachte ich es mir doch.
Als er frisch geboren war, haben die zwei Hebammen und die Schülerin ihn auf 4000 gr geschätzt und dann wog er 4120 gr!!
Das Ganze auf 52 cm !
Kopfumfang wurde dreimal gemessen, zuerst kamen sie auf 39 cm, es werden wohl so 38,5 cm gewesen sein!
Beim Untersuchen wurde uns dann auch klar, warum es sich so hinzog und ich vorne solche Schmerzen hatte. Der Kleine hatte ein Hämatom am Arm und so wie er im Bauch gelegen ist, hatte er anfangs wohl den Arm über dem Kopf gehabt.
Selber schuld wenn er auch Superman spielen muss..... Entweder waren deshalb die Wehen zwar häufig aber nicht lange, die haben das Baby am Arm vorbei geschoben oder weil nichts voran ging und Baby erst kapieren musste das es dem Arm besser nach hinten legt.

Auf einen Schlag ging es ja wieder ganz schnell!
Durch den Kopfumfang hing er einmal kurz bei einer Wehe fest, deshalb hat meine Hebamme ja geschrien Kissen weg, durch die Positionsveränderung ging es ja dann problemlos.
Wobei sie schon meinte ich bin ja gut gebaut, da passt auch ein noch schwereres Kind ohne weiteres durch.

Wobei die Geburt jetzt auch nicht soooo lange gedauert hat. Vom Blasensprung bis zur Geburt ziemlich genau 8 stunden, wobei ja die ersten richtigen Wehen erst gute 1,5 STD später losgegangen sind.

Ich habe dann später beschlossen ich will Spagetti essen, hatte mir schon überlegt ob ich meinen Mann nicht wohin schicke, aber dann gesagt da wir jetzt bald fahren, essen wir zuhause.
Wir wurden dann noch gefragt ob wir da übernachten wollen, nee ich mag mein eigenes Bett wo Platz ist für beide Kinder und was essen.
Haben dann wirklich Spagetti, Kinderpizza und was für meinen Mann bestellt. Ich habe dann 2/3 von den Nudeln gegessen - den Rest der Große, die halbe Kinderpizza und dazu einen halben Liter Cola.
Danach sind wir dann alle ins Bett gegangen, waren irgendwie k.o.

Das Schöne am Geburtshaus ist ja auch die Nachbetreuung. Dabei haben wir dann auch noch die Geburt ausführlich nachbesprochen.
Was mich wirklich entsetzt hat, das mir alle drei Hebammen sagten in jedem Krankenhaus wäre ich schon vorher zu einem Kaiserschnitt gedrängt worden, weil das Kind so schwer ist und ich ja "nur" 1,58m groß bin. Dazu noch der große Kopfumfang....
Dazu dann noch die relativ langsam verlaufende Geburt, das nennt sich dann ungenügender Fortschritt und dann kommen Eingriffe wie Wehentropf oder eben ein Kaiserschnitt.

Ich bin wirklich heilfroh dass ich im Geburtshaus war und würde auch nie mehr woanders entbinden wollen.
Und wenn mir jetzt mal wieder jemand erzählt die Ärzte und das Krankenhaus raten zu einem Kaiserschnitt weil das Kind so groß oder schwer ist, sollen doch mal alle mich Zwerg ansehen.....

Ich 1,58 m goss
Baby 52 cm
KU über 38 cm
4120 gr

Was etwas schade war, dass keiner damit gerechnet hat das die Geburt so lange dauert, mein Bruder hätte sonst doch noch als Kindersitter kommen können.
Dadurch das die Geburt sich am Anfang sooo hinzog, konnte der Große nicht mal gucken, wies mir ging, das hätte er schon mal gerne gemacht.
Ansonsten war es genauso wie wir es uns gedacht haben, ein nervöses Kind, das sich niemals vom Opa oder jemand anderen hätte beruhigen lassen.
Wäre der nicht beim Papa gewesen, hätte ich mich überhaupt nicht auf die Geburt konzentrieren können und hätte immer nur überlegt was er gerade macht.
Wie sagt Sabine immer so schön, wenn eine Frau ihre großen Kinder nicht gut versorgt weiß, hat die Frau den Kopf nicht frei das Baby zu bekommen.

Rückblick:
Wenige Tage nachdem ich diesen Bericht geschrieben habe, habe ich starke gesundheitliche Probleme bekommen, die mich noch sehr lange sehr stark beeinträchtigt haben und werden.
Bei einem Kaiserschnitt wäre alles noch schlimmer geworden, sodass ich erst recht heilfroh bin das wir wieder ins Geburtshaus gegangen sind.