Startseite

Geburtsberichte

- Franz William
- Philipp Christian
- Anonymus1
- Anonymus2
- Anonymus3
- Amelie
- Hausgeburt
- Anonymus4
- Krümel
- nach Sectio

Was (werdende) Mamas wissen sollten/wollen

Stillen

Die sanfte Geburt

Bildergalerie

Tipps von Mamas für (werdende) Mamas

Tragen

Begrifferklärungen

Stillgruppe

Onlineshop

Tagesmutter

Schlafen

Kaiserschnitt

Ammenmärchen

Literatur

Links

 

 

Geburtsberichte

Geburtsbericht von Philipp Christian

Leider ist es jetzt schon wieder 6 Wochen her, dass ich entbunden habe. Deshalb wird dieser Bericht wohl nicht so ausführlich wie der von Franz. Ein weiteres Einflusskriterium ist, dass ich diesmal das Geburtsprotokoll gelesen habe. Deshalb bin ich ein bisschen voreingenommen was das Zeitgefühl und den Ablauf angeht. Nichts desto trotz bemühe ich mich wieder einen bestmöglichen Eindruck meiner Gefühle wieder zu geben.

Am 13.6.09 wäre eigentlich der Entbindungstermin (ET)gewesen. Ich war mir hundertprozentig sicher, dass unser zweiter Sohn wieder früher kommt, denn sein großer Bruder kam schließlich 9 Tage früher.

Naja, wie verschieden Brüder sein können zeigte sich schon bei der Wahl des Geburtstags. Als Philipp am Termin immer noch nicht da war, bat ich Carmen, die Zweithebamme, mir den Hebammentee "Zimt" auszuhändigen. Danach fuhren wir von IN weiter nach Rohrbach, denn an diesem Tag hat auch meine Schwester Geburtstag. Dort trank ich dann einen guten Liter von dem scheußlich schmeckenden Tee und hoffte, dass er Wirkung zeigt. Denn ich hatte wieder mal zu diesem Zeitpunkt keine Lust mehr auf Schwanger-sein zumal ich schon wieder so einen extrem riesigen Bauch vor mir her trug. Mit Christiane (meine Ersatzhebamme, weil Sabine bis zum 13.6.09 noch in Korsika war) sprach ich per sms ab, dass ich an diesem Tag den Tee trank. Denn auf der Packungsbeilage steht extra, man solle es mit seiner Hebamme besprechen, wenn man den Tee einnimmt. Ich war mir sicher, dass der Tee anschlägt. Wir hatten ja mittlerweile den ET erreicht und beim Franz zeigte der Tee ja auch seine gewünschte Wirkung. Umso blöder schaute ich, als ich zwei Tage später immer noch schwanger war... Die Babys lassen sich eben mit dem Tee nur locken, wenn sie auch wirklich bereit für die große böse Welt sind. Und Philipp, so schien es, war es noch nicht. Eine Woche und drei CTG-Termine bei Sabine (die war mittlerweile wieder im Lande) später war ich immer noch schwanger.

Zu diesem Zeitpunkt war ich froh, dass ich schon seit der 30. SSW nicht mehr zum Frauenarzt, sondern nur noch zu meiner Hebamme ging. Denn mit Ärzten ist nicht zu spaßen, wenn der ET erreicht wurde. Die kriegen da immer gleich "Panik" und machen der werdenden Mama nur Angst und Druck, dass das Baby doch jetzt endlich raus muss. Aber solange das CTG in Ordnung ist, kann man ruhig warten bis sich der Knirps entscheidet zu kommen. Vielleicht ist er ja einfach noch nicht ganz fertig. Sabine redete mir gut zu und unterstützte mich in meinem Vorhaben einfach zu Warten und auf alle Fälle natürlich gebären zu wollen. Hätte ich jetzt einen "Gott in Weiß" vor mir gehabt, der mir ein schlechtes Gewissen und Druck gemacht hätte, weiß ich nicht, ob vielleicht doch ein Kaiserschnitt draus geworden wäre. Denn als Schwangere ist man so leicht beeinflussbar. Man will ja auf alle Fälle alles vermeiden, was das Baby irgendwie gefährden könnte. Und wenn dann so ein Arzt, dem man sowieso in dieser Situation alles "abkaufen" würde, auf einen einredet, lässt man sich sehr leicht beeinflussen und evtl. zu einem Kaiserschnitt oder Weheneinleitung per Medikamente überreden.

Naja, aber ich hatte die Gründerin des Geburtshauses an meiner Seite, die mich beruhigt hat und zu einer natürlichen spontanen Geburt begleitet hat. Wie gesagt, eine Woche über dem Termin und immer noch schwanger...

Es war ein Samstag und wir hatten wieder einen CTG-Termin im Geburtshaus. Keine Wehen in Sicht...

Aber diesmal nahmen wir uns zwei Packungen von dem wunderbaren Gebräu mit. Mir graute schon, weil es so gut schmeckt und man davon jedes Mal über einen Liter trinken musste. Sabine meinte, ich könne ihn doch mit Saft vermischt zu mir nehmen, dann ist es nicht ganz so schlimm. Gesagt, getan.

Am Samstag trank ich einen Liter Tee mit Saft. Am Sonntag immer noch schwanger ohne Wehen.

Am Sonntag trank ich einen Liter Tee mit Saft. Auch abends noch keine Wehen. Ein Hebammensprichwort besagt: So wie die Babys rein kommen, so kommen sie auch wieder raus. Kann man jetzt deuten wie man will. Ob es sich auf den Weg oder die Art bezieht...

Naja, auf alle Fälle hat Sperma bzw. Ejakulat eine hormonähnliche Substanz namens Prostaglandin in sich, das wehenfördernd wirkt. Außerdem bewirkt das Hormon Oxytocin (auch Liebeshormon genannt) dass die Gebärmutter kontrahiert und nichts anderes sind ja Wehen. Und das Liebeshormon wird beim Sex, der Geburt und beim Stillen, manchmal sogar beim gemeinsamen Abendessen ausgeschüttet.

Also musste ich bloß noch meinen Mann Wolpi überreden mit mir Sex zu haben. Wolpi lehnte es wegen dem riesen Babybauch ab am Ende der Schwangerschaft noch Sex zu haben, deshalb das Überreden...

Und siehe da, der Cocktail aus Tee und Sex half dann doch Philipp zu überreden endlich rauszukommen.

Wir hatten am Mo, den 22.6.09 um 10.30 Uhr noch mal einen Termin zum CTG. Wir standen in der Früh auf, machten uns und unseren Sohn Franz fertig um zu unserem CTG-Termin ins GH zu fahren. Währenddessen spürte ich schon immer wieder ein leichtes Ziehenim Unterleib. Vorsorglich entschieden wir uns Hilde (unseren Hund) zuhause zu lassen und ich rief meine Mama an um sie vorzuwarnen, dass es vielleicht doch heute noch was mit der Entbindung wird. Denn es war abgemacht, dass meine Mama auf Franz und Hilde aufpasst, während Wolpi und ich unseren zweiten Sohn im GH zur Welt bringen

Wir verblieben so, dass ich meine Mama noch mal dann vom GH aus anrufe, wenn wir der Meinung sind, dass es doch losgeht und dass sie dann dort den Franz abholt und zu uns nach Böhming fährt.

Wir kamen wie immer ein bisschen zu spät, also waren wir um ca. 10:45 Uhr im GH. Was aber gar nicht so schlecht war, denn ein paar Minuten früher kam im großen Geburtszimmer gerade ein Baby zur Welt. Wir warteten vor der Tür, bis uns Sabine in Empfang nahm und in den zweiten kleineren Geburtsraum zum CTG-Schreiber brachte. Zu diesem Zeitpunkt meinte ich zu Sabine, dass wir wohl heute vielleicht gleich bleiben würden und endlich unser Baby kriegen. Ich teilte ihr mit, dass ich sein ca. 9 Uhr morgens immer wieder ein leichtes Ziehen verspürte. "Mal schaun", meinte sie und wir schrieben CTG.

Keine Wehen zu sehen auf dem CTG. Sicher war ich mir nicht, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es keine gute Idee wäre jetzt wieder nach Hause zu fahren. Ich merkte doch wie das Ziehen jetzt um 11 Uhr schon bisschen besser war als um 9 Uhr. Sabine meinte, dass wir gerne da bleiben können, aber sie habe eben noch das Neugeborenen und deren Mama bzw. Familie um die sie sich auch kümmern muss. Ich rief meine Mama an und sagte ihr, dass sie ins GH kommen solle um den Franz abzuholen, wir bleiben hier.

Um uns die Wartezeit auf meine Mama zu verkürzen durften wir als eine der Ersten ins neugebaute Salarium (ein Raum im Keller des GH mit Wände und Boden ganz aus Salz in dem innerhalb einer Stunde ein Tagesablauf mit Licht und sogar Sternenhimmel abläuft, zum Entspannen und für die Gesundheit). Ganz genießen konnte ich es nicht, denn ich hatte ja al le paar Minuten das Bauchziehen, das mittlerweile die Intensität von stärken Regelschmerzen hatte. Wolpi legte sich hin und Franz spielte im Salzsandkasten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon kein Zeitgefühl mehr und auch nicht die Muse oder das Bedürfnis auf die Uhr zu sehen. Deshalb kann ich gar nicht sagen, wann meine Mama den Franz mitnahm. Ich schätze es war so gegen 12-13 Uhr. Als die Stunde im Salarium zu ende war, gingen wir (jetzt nur noch Wolpi und ich) wieder nach oben ins Geburtszimmer (GZ).

Da es jetzt Mittag war bekam Wolpi Hunger und beschloss zum nächsten Geschäft zu gehen und etwas einzukaufen. Sabine und Carmen waren noch mit der anderen Familie beschäftigt bzw. damit den großen Raum zu reinigen, kamen aber immer wieder zu mir ins Zimmer um nach mir zu sehen und die Herztöne von Philipp mittels Dopton zu überprüfen. Sie fragten mich immer wieder noch meinem Befinden und ob ich schon Wehen hätte. Aber bis auf starkes Ziehen im Unterleib alle paar Minuten konnte ich nicht viel mitteilen. Ich musste oft aufs Klo. Auch ein Zeichen, dass sich der Körper durch Entleeren des Darmes und der Blase auf die Geburt vorbereitet.

Ich lag nun, wenn ich nicht gerade auf dem Klo war, auf dem Doppelbett im GZ und versuchte zwischen dem Bauchziehen immer wieder ein bisschen zu schlafen. Wolpi war beim Einkaufen, ab und zu schauten Carmen oder Sabine nach mir und den Herztönen, aber sonst war ich alleine im GZ und hatte mein Ruhe. Das war das Beste was mir passieren konnte, denn auf einmal entschied sich wohl Philipp, dass es ein guter Zeitpunkt wäre jetzt in Ruhe rauszukommen.

Das Bauchziehen wurde nun so häftig, dass ich das Bedürfnis hatte auszustehen und rumzulaufen, ich konnte nicht mehr liegen. Und da ich ja bei der Entbindung vom Franz fast mein Baby mit Hose noch an bekommen musste, entschied ich mich jetzt noch schnell um zu ziehen. Ich hatte mir ein Sommerumstandskleid mitgenommen, damit ich unten ohne, aber nicht nackt rumlaufen konnte. Und das zog ich jetzt an und tigerte durch das GZ. Eine SMS von meiner Schwester Franzi bekam ich auch noch. Sie wollte wissen, ob wir schon im GH sind. Ich schrieb ihr kurz zurück, denn für mehr hatte ich nicht die Nerven. Wolpi kam nun auch wieder vom Einkaufen und setzte sich um Eiersalat zu essen. Ich bekam eine aufmunternde SMS von Franzi zurück, die ich unter einer Wehe nur schnell überflog und Wolpi dann schnell das Handy in die Hand drückte, sonst hätte ich es fallen lassen müssen. Mittlerweile musste ich durch die Wehen schon laut Stöhnen, was Sabine im anderen Raum hörte und kommen ließ. Im Nachhinein weiß ich durch die SMS und das Geburtsprotokoll, dass es zu diesem Zeitpunkt 14:24 Uhr war. Jetzt waren die Wehen auf einmal so heftig, dass ich das Bedürfnis hatte in die Knie zu gehen und mich in den Vierfüßlerstand zu begeben. Ich machte mit Gesten und den Worten "Matte raus" (mehr ging nicht und wollte ich nicht, denn ich wollte mein Großhirn so weit wie möglich ausgeschaltet lassen und allein die Instinkte benutzen um mein Baby zu bekommen) Wolpi klar, dass er die Gymnastikmatte, die unter dem Bett lag hervorziehen und ausbreiten soll. Zum Ärger meinerseits machte er es schlampig, so dass eine Ecke der Matte am Abfalleimer an- und hochstand. Deshalb musste ich noch mal mein Großhirn aktivieren und ihm sagen, dass er das beheben soll, damit ich bei der nächsten Wehen, wenn ich rumlaufen will, nicht darüber stolpere.

Wolpi aß jetzt nicht mehr, ihm ist der Appetit vergangen. Sabine war noch mal kurz rausgegangen. Kam dann wieder und sah, dass die Matte seitlich vor dem Bett und damit genau in Richtung Tür lag. Sie bat mich noch einmal aufzustehen, "bevor sie mich mit Presswehen evakuieren" müssen. Tat ich und wir zogen mit der Matte um, so dass sie jetzt am Fußende des Bettes lag, mehr zentral im GZ. Dort ging ich unter Wehen wieder in den Vierfüßler. Carmen und Sabine verließen wieder das Zimmer. Ein paar Wehen später bekam ich eine Zeichenblutung. Das heißt ein paar Tropfen Blut gingen durch mein Scheide ab und tropften auf die Unterlage, die auf die Matte gelegt wurde. Das sah auch Wolpi und jetzt wurde es ihm vermutlich mit mir alleine zu unheimlich, deshalb rief er nach den Hebammen. Immer wieder Wehen, in welchen Zeitabschnitten kann ich beim besten Willen nicht sagen. Ich merkte nur, dass mir im Vierfüßler immer wieder die Hände und Füße einschliefen und eiskalt waren, weil sie nicht gut durchblutet wurden. Die eiskalten Füße bemerkte auch Sabine und zog mir (bis dahin noch barfuß) Socken an. Ich bekam ein oder zweimal von Carmen Globulis in den Mund gesteckt. Ich schluckte sie einfach, wusste zwar nicht wofür und warum, aber ich vertraute meinen Hebammen. Im Nachhinein weiß ich jetzt, dass es Coffea C30 war um einen Fruchtblasensprung auszulösen, weil ich bis dato noch keinen hatte. Wieder ganz im Gegensatz zur Geburt von Franz, die ja mit einem vorzeitigem Blasensprung begann.

An eines kann ich mich noch erinnern, weil es mir ein bisschen Angst machte. Und zwar hörte ich es hinter mir immer wieder metallisch klappern und ich hoffte, dass das nicht so etwas wie ein Skalpell ist um einen Dammschnitt zu machen, das die Hebammen vorbereiten. Aber wenn ich in diesem Moment logisch überlegt hätte, was man eigentlich unter guten Wehen mit ausgeschaltetem Großhirn ja nicht kann, dann wäre es mir klar gewesen, dass Sabine das nur im äußersten Notfall machen würde, wenn es anders nicht mehr ginge.

Ich hatte also ein bisschen Angst vor einem Dammschnitt. Nicht wegen dem Schnitt in dem Moment an sich, sondern wegen den Folgen. Aber wie gesagt so weit konnte ich nicht logisch denken. Ich hatte Glück, dass die Angst nicht so groß war, dass mein Wehen aufhörten. Denn das kann auch sein. Wenn sich eine Frau während der Entbindung bzw. der Wehen nicht wohl oder sogar bedroht fühlt, kann es sein, dass sie einfach mit dem Gebären aufhört. Hängt mit den Urinstinkten zusammen. Damit die Urfrau, die ja in dieser Situation völlig hilflos und ausgeliefert ist, doch noch vor einem Säbelzahntiger flüchten konnte.

Die Hebammen haben mir immer wieder eine mit Kaffee getränkte Binde auf den Damm gelegt bzw. gehoben um das Gewebe besser zu Durchbluten, damit es sich gut weiten kann und nicht einreißt. Auch kam doch noch mit den Wehen ab und zu ein bisschen Stuhlgang mit, den die Hebammen tapfer von meinem Hintern wegwischten. Das war mir auch ein bisschen unangenehm, aber in unserem Geburtsvorbereitungskurs haben uns die Hebammen darüber schon aufgeklärt und meinten mit einem Augenzwinkern: "wir freuen uns auf alle möglichen Körperflüssigkeiten und Stoffe, die bei der Geburt aus uns rauskommen" Es war mir auch mehr vor Wolpi als vor den Hebammen peinlich.

Vielleicht durch die Angst vor dem Dammschnitt oder einfach so ging es anscheinend nicht so gut weiter. Ich hatte zwar schon das Bedürfnis zu Pressen, aber Sabine war der Meinung, dass Philipp noch nicht weit genug im Becken liegt und sie meinte, dass ich noch eine Wehe im Stehen aushalten soll, damit das Baby entgültig gut ins Becken rutscht. Vielleicht wollte sie mich auch nur dazu bewegen eine andere Geburtsposition einzunehmen, weil sich wohl auch merkte, dass der Vierfüßler für mich nicht gerade gut geeignet ist.

Ich konnte mich zwar während den Wehen gut auf dem Boden zusammen kauern, aber ich merkte ja selber, dass mir die Hände und Füße immer wieder einschliefen und ich mich nicht gut zum asymetrischen Rundrücken bewegen konnte.

Die Kraft alleine aufzustehen hatte ich nicht mehr, aber dafür hab ich ja meinen Wolpi mitgenommen. Er hiefte meine mittlerweile 80 kg hoch und gab mir, während ich eine Wehe im Stehen hatte, Halt.

Danach ging ich in die tiefe Hocke. So kam Franz auch zur Welt. Das ist quasi die Wald-Pinkel-Stellung. Wolpi saß auf dem Bett am Fußende, ich ging zwischen seinen Beinen in die Hocke und hing mich rechts und links mit meinen Armen an seinen Oberschenkeln ein. Dann ging alles so schnell. Ich hatte noch zwei oder drei Presswehen, aber das Gefühl mir würde zwischen den Beinen alles in Fetzen reißen, so weh tat der Dehnungsschmerz, als sich der Kopf von Philipp durch meine Scheide schob. Im Nachhinein weiß ich, dass es von dem Zeitpunkt als ich in die Hocke ging bis Philipp vor mir lag nur 2 Minuten dauerte. In dem Moment hätten es aber auch 15 Minuten oder 15 Sekunden sein können. Das kann man in seinem Hormonrausch nicht mehr abschätzen. In diesen 2 Minuten war es auch, dass Sabine mich zum ersten Mal vaginal untersuchte und das Köpfchen von Philipp sah. Der Ausruf von Sabine: "ein Querkopf" verwirrte und ängstigte mich schon kurzzeitig, aber dann war er auch schon da. Ein kleiner Bub noch eingepackt in seine Fruchthülle und umschlungen von seiner Nabelschnur flutschte vor mir, zwischen meinen Beinen raus und aller Druck war auf einen Schlag weg. Sabine entschnürte Philipp und riss die Fruchtblase auf, damit er gleich atmen konnte. Und das erste was ich erleichtert dachte und was Sabine aussprach, als wir uns den Kleinen ansahen, war: der schaut ja aus wie der Franz...

Aber diesmal war es anders als beim Franz. Wie selbstverständlich griff ich nach Philipp, nahm ihn hoch und legte ihn mir auf den Bauch. Carmen brachte ein angewärmtes Handtuch und deckte ihn zu. Es war 15:24 Uhr und Philipp endlich da. Wolpi blickte von oben-hinten auf uns und war auch sichtlich erleichtert, stolz und froh.

Sabine machte nach Absprache sogleich einzigartige Erinnerungsfotos von diesem Moment.