Startseite

Geburtsberichte

- Franz William
- Philipp Christian
- Anonymus1
- Anonymus2
- Anonymus3
- Amelie
- Hausgeburt
- Anonymus4
- Krümel
- nach Sectio

Was (werdende) Mamas wissen sollten/wollen

Stillen

Die sanfte Geburt

Bildergalerie

Tipps von Mamas für (werdende) Mamas

Tragen

Begrifferklärungen

Stillgruppe

Onlineshop

Tagesmutter

Schlafen

Kaiserschnitt

Ammenmärchen

Literatur

Links

 

 

Geburtsberichte

Geburtsbericht von Franz William

Das Projekt "Knödl komm raus!" wurde am 16.03.08 nachmittags mit einem "Hebammentee Zimt" gestartet. Das ist ein reiner Kräutertee mit geburtsanregenden Kräutern wie zum Beispiel Eisenkraut und Zimt usw. Den haben wir von unserer Hebamme "Sabine" bekommen. Damit kann man die Geburt nicht auslösen, wenn der Kleine selbst noch nicht so weit ist, aber man kann ihn locken. Und wie man sieht hat es bei uns geklappt.

Sabine ist die Gründerin vom Geburtshaus Ingolstadt und hat selbst schon 5 Söhne geboren. Die kennt sich also aus.

Vermutlich durch den Tee oder vielleicht wäre es ohne Tee genauso gegangen (dann hätt ich mir allerdings das scheußliche Gebräu sparen können. Der war nämlich bitter wie sau und ich hab mir davon 1 Liter reingepresst) ist mir dann in der Nacht vom 16. auf den 17. um 4 Uhr morgens die Fruchtblase geplatzt. Tat nicht weh. Ich bin bloß aufgewacht, weil ich auf einmal nass zwischen den Beinen wurde. Wie viel Wasser abgeht ist unterschiedlich. Bei mir vermutlich ca. 0,5 Liter. Aber ich hatte auch sehr viel Fruchtwasser. Auf die Farbe des Fruchtwassers soll man achten, das will die Habamme dann wissen. Wenn es grünlich ist, dann hat das Baby schon mal ins Fruchtwasser gemacht. Bei uns war es klar. Hab dann den Wolpi aufgeweckt und er hat mir erstmal ein Handtuch geholt um das Fruchtwasser aufzufangen und mich abzutrocknen. Hab ihn dann angewiesen er solle die Sabine anrufen und fragen, was wir machen sollen. Gesagt, getan. Ich hatte bis dato noch keinerlei Wehen, deshalb meinte Sabine: ein Glas Rotwein (wehenfördernd und entspannend) und noch mal versuchen zu schlafen. Wenn keine Wehen vorher kommen, dann so ca. 9 Uhr im Geburtshaus eintrudeln.

Konnte natürlich nicht mehr gut schlafen und um ca. 5 Uhr bekam ich dann Wehen. Zumindest dachte ich zu dem Zeitpunkt, dass es Wehen sind, wusste ja nicht wie sich richtige Wehen anfühlen. Diese "Wehen" fühlten sich an wie starke Regelschmerzen und Rückenschmerzen zugleich und kamen dann ab ca. 7 Uhr in 5 minütigen Abständen. Da wurde ich dann doch ein bisschen unruhig. Nicht zuletzt, weil ich von meiner Mama weiß, dass es bei ihr dann auf einmal ruck-zuck bei allen drei Geburten ging. Um 7.30 Uhr weckte ich Wolpi noch mal. Der hat nämlich wieder voll eingepennt. Aber besser so als, dass er mich rumhüpfender Weise noch nervös macht.

Wir schnappten uns unseren "Klinikkoffer" riefen im Geburtshaus an, dass wir doch schon bissl früher kommen und fuhren los. Ein Handtuch wurde im Auto untergelegt, weil ich immer noch von Zeit zu Zeit Fruchtwasser verlor. Außerdem hatte ich eine fette Binde in der Hose.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Etting beim Bäcker und Metzger, wo wir uns mit Brezen und Leberkässemmeln eindeckten, ging es dann ins Geburtshaus. Auf der Fahrt dort hin, aß ich noch eine Breze. Gut so, denn das war das letzte was ich essen und drin behalten konnte. Wusste ich aber bis dahin noch nicht.

Im Geburtshaus angekommen machte Sabine ein CTG (Herzton-Wehen-Schreiber) um die Herztöne des Kleinen zu überprüfen und zu schaun, wie stark meine "Wehen" schon sind. Da eröffnete sie mir dann auch gleich, dass das was ich als Wehen beschrieb "gar nichts" ist. Ein bisschen Bauchzwicken im Gegensatz zu Wehen. Ich dachte nur: "Oh, Gott!"

Wir machten es uns so gut es ging im Geburtsraum gemütlich. Legten uns ins Doppelbett und versuchten auf Anraten von Sabine noch ein bisschen zu schlafen. Bei Wolpi klappte das wieder hervorragend, bei mir nicht. Kein Wunder. Ich hatte ja das Bauchzwicken und nicht er. Ich sollte dann noch alle 15 Minuten zwei verschiedene Arten an Globuli einnehmen. Ich vermute die waren oder sollten wehenfördernd gewesen sein. Naja.

Bis Mittags hatte ich dann diese Pipifaxwehen und nichts tat sich. Ich versuchte dann noch eine Leberkässemmel und einen Prinzenrollenkeks zu essen. Aber musste das alles gleich wieder rauskotzen. Ebenfalls mittags ist Wolpi noch mal schnell nach hause gefahren und hat meinen Laptop geholt, damit wir uns wenigstens die Zeit mit einem Film vertreiben konnten.

Wieder angekommen wollten wir Monster AG anschaun. Aber ich hab nicht viel von dem Film mitbekommen, weil ich immer wieder jetzt schon bisschen stärkere Wehen bekam und mich darauf konzentrierte und nur in den Wehenpausen den Film schaute. Hatte da ca. alle 8 Minuten Wehen. Den Schmerz kann ich jetzt gar nicht mehr richtig beschreiben. Bauchweh halt. Aber das weibliche Gehirn blendet das nach der Geburt so gut aus, dass man sich nicht richtig daran erinnern kann. Vermutlich weil man sonst nur ein Kind in seinem Leben bekäme. Aber der Schmerz ist auszuhalten. Man muss ihm auch mit einer positiven Einstellung begegnen. Schließlich bringt einen jede Wehen weiter ans Ziel und näher an dein Baby! Dann ist es auch nicht so schlimm! Außerdem versuchte ich in den Wehenpausen ein bisschen selbstgemachte Nudelsuppe von Sabine zu schlürfen. Musste ich leider aber auch wieder rauskotzen. Ich wollte unbedingt was essen, weil ich befürchtete, dass ich Kreislaufprobleme bekäme, wenn ich keine Nährstoffe bekam. Und ich wollte nicht nur wegen Kreislaufproblemen im Klinikum statt im Geburtshaus entbinden müssen. Traubenzucker von Sabine konnte ich dann lutschen und auch drin behalten. Außerdem musste ich schon von Sabine aus seit der Ankunft im Geburtshaus viel Wasser trinken. Der weibliche Körper richtet sich das schon so ein, dass er zur Geburt einfach leer ist, damit beim Pressen auch nur das Baby kommt und nichts anderes. Das heißt aufs Klo muss man vorher auch noch.

Ab ca. 15 Uhr gings dann richtig los mit den Eröffnungswehen. Auf Anraten von Sabine fing ich jetzt an durch den Geburtsraum zu tigern. Laufen bewegt das Becken und der Kleine rutscht dann leichter tiefer. Ich lief in den Wehenpausen und während den Wehen stützte ich mit stehenderweise vorne entweder auf der Badewanne oder der Kommode ab. Zu Anfang atmete ich immer während den Wehen durch die Nase aus. Sabine meinte ich solle lieber durch den Mund ausatmen und stöhnen musste ich sowieso. Denn ein offener Mund öffnet auch den Muttermund! Was ja Ziel von den Eröffnungswehen ist.

Um 16:10 Uhr hörte ich im Hintergrund (war da nämlich schon ein bisschen benebelt von den Schmerzen und den damit verbundenem Endorphinschub meines Körpers) wie Sabine den Wolpi fragte wie lange ich schon diese Eröffnungswehen habe. Sabine, die ja gleich auch im Geburtshaus wohnt, war nämlich zwischendurch immer wieder in ihre Wohnung und lies uns das Telefon da um sie zu rufen, wenn wir was brauchten. War gut so, dann ist man ungestört und kann sich ganz natürlich und frei bewegen wie man will, ohne die ganze Zeit beobachtet zu werden.

Nachdem Wolpi die Frage mit ca. 15 Uhr beantwortete, meinte Sabine: "Dann lassen wir sie noch ca. eine Stunde so weitermachen und schauen dann nach wie weit der Muttermund dann schon auf ist." Ich dachte mir nur: Oh, nein, noch eine Stunde so! Und dann schaun wir erst mal weiter. Nein! Darauf hab ich echt keine Lust."

Bis dato hatte ich noch eine Schlabberhose, ein T-Shirt, Socken und Unterwäsche mit riesen Binde an.

Ich merkte, dass es mir leichter fiel, wenn ich während den Wehen ein bisschen in die Knie ging. Das sah Sabine auch und fragt mich, ob ich mich mal vors Bett hinknieen will. Vorm Bett lag eine Gymnastikmatratze. Hab mich dann auch hingekniet. Und schon spürte ich so einen Drang zu pressen. Ist so wie wenn man "zum Kacken" aufs Klo muss. Kennt ja jeder. Das war die erste Presswehe. Ich gab dem Drang nach und presste mit. Und schon ging noch mal ein ganze Ladung Fruchtwasser ab.

Sabine dachte wohl das mit den Eröffnungswehen dauert noch länger. Da hat sie nicht mit uns gerechnet. Ich hab Gott sei Dank im Bezug aufs Kinderkriegen die Gene von meiner Mama geerbt. Bei der ging es bei uns drei Mädls dann auch auf einmal immer ganz schnell.

Sabine meinte ich solle aufstehen, weil ich ja noch komplett angezogen war und mit Hose lässt es sich schlecht Kinderkriegen. Ich hatte nicht die Kraft aufzustehen und so hoben mich mein starker Mann und die Sabine hoch und rissen mir mehr oder weniger meine von Fruchtwasser nasse Hose runter. Sabine fühlte wie weit der Muttermund schon auf ist und begriff, dass der Kleine jetzt sofort raus will. Sie griff zum Telefon um die zweite Hebamme Katharina anzurufen. Es ist normal, dass im Geburtshaus immer zwei Hebammen anwesend sind um sich gegenseitig zu unterstützen. Katharina musste sich echt beeilen um die Geburt nicht zu verpassen :

Um eine gute Geburtsposition zu erreichen musste ich mich drehen, so dass ich mit dem Rücken zum Bett stand. Wolpi setzte sich auf die Bettkante und stützte mich von hinten. Vor dem Bett hängt von der Decke gebunden wie eine Schaukel ein Babytragetuch, so dass man sich da reinhängen kann. Diese Geburtsposition heißt "tiefe Hocke".

Ich machte also vor dem Bett mit dem Rücken zum Bett eine Hockstellung wie man das vom "Freipinkeln" kennt und griff mit den Armen das Tuch um mich reinzuhängen. (Ich hoffe man kann sich das jetzt vorstellen. Ist ein bisschen schwer zu beschreiben) Wolpi stützte und unterstützte mich von hinten. Die Hebammen - Katharina kam noch rechtzeitig - knieten vor mir um den Kleinen "aufzufangen" Jetzt hieß es nur noch die Preßwehen abzuwarten und dann immer kräftig mitzupressen.

Ab jetzt taten die Wehen nicht mehr so weh. Man hofft nur auf die nächste um wieder Pressen zu können. Das ist auch das schöne am Kinderkriegen im Geburtshaus. Man presst nur, wenn es einem der eigene Körper sagt und nicht, wenn einen die Krankenschwestern oder Hebammen im Klinikum dazu anleiten.

In dem Moment ist man so vollgepumpt mit Hormonen, dass man eigentlich fast keine Schmerzen mehr spürt. Man merkt schon einen großen Druck, da sich ja jetzt der Kopf durch die Scheide drückt und alles extrem gedehnt wird und meistens sogar ein bisschen einreißt. Das Einreißen, was bei mir auch ein bisschen war, tut nicht weh, man merkt es nicht, weil das Gewebe so unter Spannung steht. Außerdem sei hier an dieser Stelle gesagt, dass das Reißen des Damms besser ist als das Schneiden. Denn wenn geschnitten wird, wird die Beckenbodenmuskulatur auch durchtrennt und wenn man es Reißen lässt, reißt es meist außen an der Muskulatur vorbei und man hat später nicht so leicht Beckenbodenprobleme.

Sabine beobachtete mich und erklärte mir in den Pausen zwischen den Presswehen, dass ich, wenn eine Presswehe kommt so fest mitpressen muss, als wenn ich "Backsteine quer scheißen müsste". Hört sich etwas derb an, aber das trifft es ganz gut!

Ich krallte mich also in mein Tuch, Wolpi stütze mich von hinten, und wenn eine Presswehe kam, dann presste ich so fest es ging mit. Ich muss schon ganz schön geschriehen haben, während ich presste, weil ich nachher sogar ein bisschen einen rauen Hals vom Schreien hatte. Aber das Schreien ist nicht wegen der Schmerzen gewesen. Wie gesagt man spürt in der Endphase fast keinen Schmerz mehr. Nur bei den Eröffnungswehen. Das Schreien half mir einfach meinen Körper noch mehr anzuspannen und somit noch besser mitzupressen und den Kleinen rauszuschieben.

Ich brauchte so ca. 4 bis 6 Presswehen. Genau weiß ich es nicht mehr, denn man ist da in einem Rauschzustand und kann sich nachher nicht mehr an alles erinnern. Zwischendrin, so nach der 2. oder 3. Presswehen, meinte die Sabine, dass sie das Köpfchen schon sehe und ob ich mal hinfassen will. Quasi als Belohnung für die Mühen und damit man weiß, für was man presst, als Ansporn noch mehr und weiter zu pressen. Ich hatte jedoch nicht die Kraft meine Hände vom Tuch zu lösen und zwischen meine Beine zu fassen, außerdem hatte ich Angst, dass wenn ich meine Körperspannung löste, dass der Kleine wieder auch nur einen Millimeter zurückrutschen könnte und ich noch länger brauche. Ich hatte sogar am nächsten Tag einen Muskelkater in den Unterarmen, weil ich mich so in das Tuch gekrallt hatte. : Ich machte nicht mal meine Augen zwischendurch auf. Wie gesagt ich hatte Angst auch nur minimalst meine Körperspannung zu verlieren, so dass der Kleine wieder ein bisschen zurückrutscht und ich noch eine Presswehen mehr bräuchte.

Ich hoffte also immer nur auf die nächste Presswehe und die Wehenpausen, die vielleicht nur 30 Sekunden dauerten, kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Naja, dann noch ca. 2 Mal gepresst und schon kam noch mal mit einem Schwall Fruchtwasser der kleine Franz und da lag dann so ein kleines leise schreiendes etwas graufarbenes (sieht man ja noch auf dem Foto) Baby vor mir auf dem Boden. Die Sabine hat es selbstverständlich aufgefangen und sanft hinausgleiten lassen.

Eigentlich dachte ich immer, dass ich in diesem Moment sofort das Weinen anfangen würde. Grad wenn die Anspannung losließ und ich unser Baby zum ersten Mal live erblickte. Aber Pustekuchen. Ich musste nicht weinen, aber war in diesem Moment so glücklich wie nie in meinem Leben. Glücklich über meine Leistung ein Baby rausgepresst zu haben und glücklich endlich den kleinen Schatz in den Arm nehmen zu können.

Wolpi und die Hebammen halfen mir ins Bett und legten mir den Kleine, der ja noch mit der Nabelschnur an mir dran hing auf den Bauch. Außerdem wurde mir auch gleich so eine Riesenbinde und Pinkelunterlage untergelegt, denn da kam schon noch eine Menge Blut hinterher. Das Blut ist quasi von der inneren Wunde der Gebärmutter. Da wo die Plazenta an der Gebärmutterwand hängt.

Wir lagen dann eine Weile so da und kuschelten. Sabine schaute nach ca. 20 Minuten nach, ob die Nabelschnur auspulsiert hat und dann hieß es: "Wir sind ja noch nicht fertig, Nanni." Im Geburtshaus lässt man sie Nabelschnur auspulsieren, was ganz einfach den Vorteil hat, dass der Körper bestimmt, wann das Baby abgenabelt werden kann. Denn wenn sich das Baby am Anfang mit dem Atmen noch schwer tut, wird es immer noch mit Sauerstoff über die Nabelschnur versorgt, so wie es die 9 Monate zuvor auch wurde. Im Klinikum hat man da nicht die Zeit dazu… Da wird sofort abgenabelt und das Kind muss ja noch gewogen und gemessen werden und außerdem wird der Kreissaal vielleicht ja gleich wieder gebraucht usw.

Es war auspulsiert und die Nabelschnur wurde abgeklemmt, so dass Wolpi die Nabelschnur durchschneiden konnte. Wolpi übernahm dann den Kleinen nackt kuschelnderweise und ich musste noch die Nachgeburt erledigen. Die Nachgeburt ist die Plazenta, die sich mittlerweile dann auch von der Gebärmutterwand gelöst hat und die Fruchthülle bzw. -blase und das andere Ende der Nabelschnur, das an der Plazenta dran hängt.

Sabine fasste das andere Ende der Nabelschnur mit der einen Hand, die andere Hand drückte sie auf meinen Bauch und ich musste nur noch einmal kurz mitpressen - diesmal auf Kommando und nicht nach Wehen - und schon war die Nachgeburt draußen. Diese wird dann in einer Schüssel aufgehoben, weil nachkontrolliert werden muss, ob sie komplett ist. Ist sie nicht komplett, kann es sein, dass man innerlich verblutet, weil man dann an der Stelle an der sie an der Gebärmutterwand hing in die Gebärmutter blutet und das nicht von alleine aufhört.

Im Geburtshaus bekommt man übrigens die Plazenta mit nach Hause, weil die keinen Sondermüll wie im Klinikum haben. Entweder man schmeißt sie daheim weg oder man geht netten Bräuchen nach. Ein Brauch: Man vergräbt sie im Garten und pflanzt einen Kinderbaum drauf. In manchen Kulturen ist es sogar Brauch, dass man sie isst, aber soweit wollten wir nicht gehen. ;-) Im Moment ist sie noch in der Tiefkühltruhe, bis wir eine geeignete Stelle für einen Kinderbaum gefunden haben. Außerdem schneidet die Hebamme im Geburthaus ein Stück ab und legt es in Alkohol ein. Daraus kann man sich dann Globulis machen lassen.

Zurück. Ich hab dann den Kleinen das erste Mal an den Busen angelegt und er hat auch gleich instinktiv das Nuckeln angefangen. Die ersten 2-3 Tage kommt zwar nicht richtig Milch, nur ein paar Tröpfchen, aber es reicht für ihn und ist für die Rückbildung der Gebärmutter ganz wichtig. Deshalb spürt man auch immer ein leichtes Ziehen im Unterleib, wenn man den Kleinen die erste Zeit anlegt. Die Gebärmutter, die ja eigentlich nur faustgroß ist ist ja zum Schluss der Schwangerschaft extrem gedehnt, so dass eben ein Baby reinpasst. Und die muss sich wieder auf Ursprungsgröße zusammen ziehen. Das dauert so 3 bis 4 Tage. In dieser Zeit blutet man auch noch extrem. Man bekommt so Megabinden und ein schickes Netzhöschen. Danach hat man dann den Wochenfluss. Quasi so 4 - 6 Wochen lang seine Regel. Bis alles wieder verheilt ist und die Gebärmutter komplett zurückgebildet ist.

Nach der ersten Kuschelzeit kam dann noch der Doktor und hat sich den Kleinen angeschaut, gemessen und gewogen. Das alles geschieht im Geburthaus immer noch im gedimmten Licht. Wenn man mal mehr Licht braucht, wird der Kleine mit roten Handtüchern abgedeckt, damit er keinen Schock von der Helligkeit bekommt. Schließlich hatte er 9 Monate hellrotes gedämpftes Licht im Bauch und muss sich erst an die Helligkeit der Welt langsam gewöhnen.

Wolpi übernahm dann wieder das Nacktkuschlen und Wärmen des Babys, während ich von Sabine mit 3 Stichen genäht wurde. Ich bekam dann ein Sitzbad mit, das machte ich fleißig jeden Tag und 5 Tage später konnten die Fäden dann wieder raus. Gleich am Anfang aber und das ist logisch tut es schon noch sehr weh. Ist ja alles da unten ziemlich strapaziert worden und wund. Das Pinkeln ist die ersten 3 Tage echt schlimm. Brennt wie Hölle, so dass ich gar nicht viel trinken wollte um nicht aufs Klo zu müssen. Aber man übersteht es und wenn man den Urin beim Pinkeln mit Wasser verdünnt, kann man es auch aushalten.

Schlimmer ist da dann schon das "Stillen" Am Anfang kommt halt nicht viel und es tut sau weh. Am 4. Tag hatte ich dann endlich den Milcheinschuss. Da hat man einen mörderpralle Busen, der ziemlich heiß ist und natürlich auch wieder weh tun. Ich finde das Stillen am Anfang ist schlimmer als jede Geburt. Aber hat man die ersten 3-4 Wochen überstanden gibt es nichts schöneres, als zu sagen: " Ich stille!" Und zu wissen, das ist das Beste für dein Baby. Es ist so schön zu wissen, dass man selbst mit dem eigenen Körper sein Kind ernähren kann!

Naja. Während ich genäht wurde, zog Wolpi den Kleinen an.

Man muss mindestens 2 Stunden nach der Geburt im Geburthaus bleiben, damit sie wissen, dass es einem gut geht. Außerdem muss man im Geburtshaus noch aufs Klo gehen, damit sie wissen, dass die Harnwege noch funktionieren und dann darf man auch gleich wieder heim.

Gesagt, getan. Ca. 4 Stunden nachdem der Kleine geschlüpft ist, waren wir auch schon wieder daheim und haben uns zu dritt wieder nackt ins Bett gekuschelt!!!

Das nennt man also eine sanft Geburt und der kleine Franz dankt es uns, indem er so brav ist!

Anmerkung im Nachhinein: Mittlerweile hatte ich meinen zweiten Milcheinschuss bei unserem zweiten Sohn und ich muss sagen, das Stillen von Franz war am Anfang nur so schmerzhaft, weil ich offene wunde Brustwarzen hatte. Aber Danke des Wundlasers im Geburtshaus und der Fürsorge durch meine Hebamme Sabine, konnte ich die Schmerzen bald hinter mir lassen und das Stillen ganz und gar genießen. Läuft alles gut und macht man es gleich richtig, dann ist das Stillen anfangs auch nicht so schmerzhaft wie ich gedacht hatte.
Ende