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Stillen

Gründe ein Baby zu stillen

Stillen ist die normale Säuglingsernährung, an die Mutter und Kind seit Jahrmillionen angepasst ist, auf die sie mit ihrem Stoffwechsel und ihrem Verhalten eingestellt sind.

1. Ernährungsphysiologische Gründe:
Jede Säugetierart produziert für ihre Jungen eine arteigene Milch, die ganz genau auf deren Bedürfnisse bezüglich Wachstum abgestimmt ist. Dies gilt auch für die menschliche Muttermilch, die ganz spezielle Eiweiße, Fette und Zucker enthält.

-Das Eiweiß ist leicht verdaulich und belastet die Nieren nicht zu stark.

-Der Mineralgehalt ist niedrig und trägt ebenfalls zur Entlastung der Nieren bei. Vor allem die Natriumbelastung bleibt niedrig.

-Das Eisen wird sehr gut aufgenommen. Achtung! Beikost kann die Eisenaufnahme aus der Muttermilch verringern und sollte deshalb nicht zu früh gegeben werden.

-Muttermilch ändert ihre Zusammensetzung im Laufe des Tages, im Laufe der Wochen und Monate (der Wachstumsgeschwindigkeit angepasst) und sogar im Verlauf einer einzigen Stillmahlzeit (Regulierung der Sättigung).

-Die Fette in der Muttermilch tragen zum Wachstum des Gehirns und der Augen bei.

-Muttermilch schützt gegen juvenilen Diabetes (im Jugendalter beginnende Zuckerkrankheit).

-Geschmacksstoffe aus der mütterlichen Ernährung gehen in die Muttermilch und bereiten das Kind auf die familientypische Kost vor.

2. Immunologische Gründe:
-Lebende Zellen mütterlichen Ursprungs sind in der Milch, besonders im Kolostrum, in beträchtlichen Mengen vorhanden. Diese Zellen vernichten Mikroben durch "Auffressen" (Phagozytose) und ermöglichen die Bildung von Antikörpern.

-Von der Mutter gebildete Antikörper gehen in die Milch über. Eine bestimmte Gruppe von Antikörpern (IgA) legt sich auf die Schleimhäute und kleidet die Wände des Magendarmtraktes aus, so dass kankmachende Keime sich dort nicht festsetzen können.

-Andere Inhaltstoffe sorgen für eine gute Zusammensetzung der Darmflora: Der sogenannte Bifidusfaktor und die Laktose fördern ein saures Milieu, das für krankmachende Keime ungünstig ist. Lysozym zerstört diese Keime direkt, und Laktoferrin bindet Eisen, das die Babys zum Wachstum brauchen.

- Durch die verschiedenen Schutzfaktoren wird das Kind gegen eine Reihe von Krankheiten geschützt: Magen-Darm Erkrankungen (Durchfall), Atemwegserkrankungen (Mittelohrentzündung, Bronchitis), Harnwegsinfekte usw. (das heißt nicht, dass gestillte Kinder nie krank werden, oder nichtgestillte immer - nur die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung wird durch Nichtstillen deutlich erhöht.)

-Das Risiko, an einer Allergie zu erkranken nimmt zu, wenn nicht gestillt wird.

3. Psychologische Gründe:
-"Bonding", die Gefühlsbindung zwichen Mutter und Kind kommt fast automatisch zustande. Wenn dieser Kontakt fehlt, verspätet zustande kommt oder eingeschränkt wird, kann das die Entstehung einer gesunden Mutter-Kind-Beziehung stören. Das Bonding zwischen Mutter und Kind wird beim Stillen ganz natürlich sowohl durch die Nähe zum Kind, den Körperkontakt als auch durch die Hormone der Mutter (Prolaktin und Oxytocin als "Liebeshormon") gefördert. Auch beim Kind kommt es beim Stillen zur Oxytocinausschüttung.

-Mütter von kranken oder behinderten Kindern hilft das Stillen, ihr Kind in seiner Besonderheit anzunehmen.

-Hautkontakt ermöglicht dem Baby, seine Mutter mit allen Sinnen wahrzunehmen: Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen.

-An der Brust lässt sich ein Baby auf einzigartige Weise trösten und in den Schlaf wiegen, es erfährt Geborgenheit und wird ruhig ("stillen"!)

4. Praktische Gründe:
-Muttermilch ist jederzeit in jeder Situation verfügbar, richtig temperiert und keimfrei. Das Kind braucht nicht zu warten bis die Milch fertig zubereitet ist.

-Die Nahrung ist abwechslungsreich. Der Geschmack hängt vom Speiseplan der Mutter ab.

-Die Mutter braucht nicht zu raten, ob das Kind Durst oder Hunger hat -das Kind kann sich mitteilen: Durch kurzes Saugen stillt es seinen Durst, duch kräftiges Saugen seinen Hunger.

-Wenn das Kind die Nähe , die Wärme und den Herzschlag seiner Mutter sowie ein paar Schluck warme Milch braucht, kann es das alles auf einmal beim Stillen bekommen.

5. Weitere Gründe:
-Optimale Entwicklung des kindlichen Kiefers. Beim Trinken aus der Flasche bedarf es eine komplett andere Technik des Saugens und damit wird die Zungen- und Kiefermuskulatur anders bzw. weniger beansprucht.

-Nach Bedarf gestillte Kinder lutschen weniger am Daumen oder Schnuller, dadurch kommt es seltener zu Zahnfehlstellungen.

-Der Stuhlgang von gestillten Kinder riecht nicht unangenehm.

-Muttermilch schützt das Baby vor Verstopfung, der Stuhl ist immer weich.

Gründe für die Gesellschaft, das Stillen zu fördern

Stillen hat sowohl individuelle Bedeutung für die einzelne Mutter und ihr Kind, als auch für die Gesellschaft als Ganzes. Wird nicht oder nur kurz gestillt, hat dies auch gesellschaftlich nachteilige Folgen:

  • Höhere Kosten im Gesundheitsbereich: Nicht gestille Kinder sind häufiger krank und kommen häufiger in die Klinik. Die erhöhten Kosten müssen alle Mitglieder der Krankenversicherung tragen.
  • Höhere Kosten in Firmen und Betrieben: Weil Kinder, die nicht oder kurz gestillt wurden, über Jahre hinweg häufiger krank sind, müssen die Eltern öfter zur Betreuung im Krankheitsfall vom Arbeitsplatz fernbleiben
  • Ökologische Nachteile: Künstliche Säuglingsnahrung bringt viele Umweltbelastungen mit sich:
    • Viehhaltung, und damit verbundene Produktion des klimaschädigenden Methans
    • Ressourcenverbrauch für die Herstellung der Babynahrung.
    • Schadstoffbelastung durch LKW-Transporte
    • Mehr Binden und Tampons werden benötigt, da die Regelblutung sofort wieder einsetzt (bei den meisten voll stillenden FraMüttern bleibt sie einige Monate lang aus).
    • Verpackungsmüll; die Mutter braucht nur einige zusätzliche Grundnahrungsmittel, die unaufwändig regional hergestellt werwerden können.



Quellen: Broschüren der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen und Eigene Erfahrungen