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1. Fettsäuren

In der Muttermilch befinden sich unter anderem Fettsäuren, die so nicht in irgendeinem Nahrungsmittel sonst vorkommen. Diese Fettsäuren sind allein in Muttermilch und sorgen beim Kind dafür, dass optimales Gewebe im ganzen Körper gebildet wird. Ebenfalls sind diese Fettsäuren für die weiche, glatte und geschmeidige Babyhaut ursächlich.

Quelle: "Wir stillen noch" von Norma Jane Bumgarner

2. Raynaud-Phänomen

Schmerzen, die durch das sogenannte Raynaud-Phänomen verursacht werden, gehen sowohl von der Brust als auch von der Brustwarze aus. Das Phänomen wird ausgelöst durch einen Gefäßkrampf in der Brust. Die Schmerzen sind stechen, beginnen gleich zu Anfang der Sillmahlzeit und dauern auch nach der Stillzeit noch eine Weile an. Oft ist die Brustwarze nach dem Anlegen ganz blass infolge schlechter Durchblutung. Differentialdiagnostisch sollte aber immer geschaut werden, ob das Kind korrekt angelegt wird oder ob eine mechanische Belastung der Brustwarze zu einer weißen verformten Brustwarze geführt hat.
Einige Frauen berichten, dass sie schon vor der Schwangerschaft an einem Raynaud-Phänomen an Fingern und Zehen litten. Auch einige von der Mutter eingenommene Medikamente, wie zB orale Kontrazeptiva, Theophyllin und Fluconazol können ein Raynaund-Phänomen begünstigen, ebenso Genussmittel wie Nikotin oder Koffein. Gerade Fluconazol, das oft bei Verdacht auf Milchgangssoor eingesetzt wird kann zu Unsicherheit führen. Es ist manchmal bei Schmerzen nicht mehr klar, ob es sich nun um einen nicht abgeheilten Milchgangsoor oder um ein Raynaund-Phämomen, ausgelöst duch Fluconanzol, handelt.
Als Vorbeugung wird geraten, vor dem Anlegen die Brust zuerst gut zu wärmen und eventuell zu massieren. Gleich nach dem Stillen sollte wiederum Wärme aufgetragen werden. Als medikamentiöse Therapie kann Magnesium, Calcium oder auch Nifedipin eingesetzt werden.

Quelle: Deutsche Hebammen Zeitschrift 8/2003

3. Schwangere Läuferin

Sport während der Schwangerschaft

Schwangere Läuferin: Sport während der Schwangerschaft erhöht die Schmerztoleranz

Viele Frauen fragen sich, ob sie während einer Schwangerschaft noch laufen dürfen. Und nach der Geburt? So schnell wie möglich wieder loslegen? Sportmediziner Klaus Jung erklärt im achilles.de-Interview die wichtigsten Regeln - und hat auch für die Väter einen Rat.

Frage: Herr Jung, neulich sorgte eine Amerikanerin für Schlagzeilen, weil sie hochschwanger einen Marathon lief und wenige Stunden danach ein Mädchen zur Welt brachte. Riskierte die Frau das Wohl ihres Kindes?

Jung: Der Fall ist mir nicht im Detail bekannt. Aber ich weiß von mehreren anderen schwangeren Frauen, die überzeugt waren, dass ihnen das Laufen nicht schadet. Ich rate den Frauen aber, nicht erst während der Schwangerschaft mit dem Laufen zu beginnen. Außerdem sollte man darauf verzichten, Wettkämpfe mitzumachen. Es besteht sonst die Gefahr, dass es zu einer Überhitzung des Fötus' kommt. Auch ein Sauerstoff- oder Glukosemangel könnte dem Ungeborenen schaden.

Frage: War der Marathon-Start für die Frau selbst nicht gefährlich?

Jung: Ich kenne einen anderen Fall aus den USA. Eine Frau, die im neunten Monat noch 70 Kilometer pro Woche lief, brachte einen gesunden Jungen zur Welt und ist noch am Tag der Geburt wieder gelaufen. Theoretisch kann sich aber auch die Mutter durch Überhitzung schädigen. Die richtige Kleidung und viel Trinken sind daher für sportliche Schwangere besonders wichtig. Doch wie gesagt: Von besonders intensiven Belastungen rate ich ab.

Frage: Ist der Körper nicht schon von der Schwangerschaft an sich genug beansprucht?

Jung: Die körperliche Belastung während einer Schwangerschaft entspricht einem täglichen Zehn-Kilometer-Lauf. Der Körper der Frau muss sich auf die Schwangerschaft einstellen. Es kommt zu funktionellen und organischen Veränderungen, die vergleichbar sind mit denen, die regelmäßiger Sport auslöst.

Frage: Was genau verändert sich?

Jung: Das Blutvolumen und die Herzmasse nehmen zu, die Herzschlagzahl erhöht sich, die Atmung wird verstärkt, weil mehr Sauerstoff gebraucht wird. Das sind alles Veränderungen, die mit dem zusätzlichen Gewicht zusammenhängen, das die Frau zu tragen hat.

Frage: Können werdende Mütter ihren Körper für diese Belastung trainieren?

Jung: Das Herz-Kreislauf-System kann durch Ausdauersport auf die höhere Belastung vorbereitet werden. Es gibt aber auch Frauen, die Sport ablehnen, weil sich sonst ihr Beckenboden verhärtet. Frauen, die schon vor der Schwangerschaft Sport gemacht haben, sagen aber häufig, dass sie die Geburt dadurch besser überstanden haben.

Frage: Können Sie das erklären?

Jung: Durch Sport werden in der Muskulatur Endorphine freigesetzt. Das erhöht die Schmerztoleranz.

Frage: Empfehlen Sie Schwangeren Sport zu machen?

Jung: Auf jeden Fall. Es kommt aber auf die Sportart an und auf die Phase der Schwangerschaft. Im dritten und vierten Monat ist die Gefahr am größten, dass das Kind verloren geht. Frauen sollten dann keinen Sport machen, der Körpererschütterungen verursacht, also Turnen oder - ich übertreibe jetzt mal - Trampolin springen.

Frage: Welcher Sport ist geeignet?

Jung: Radfahren, Wandern, Schwimmen, aber vor allem Gymnastik: Beckenbodentraining, Atemtraining, also das, was in Kursen zur Geburtsvorbereitung angeboten wird.

Frage: Bis zu welchem Schwangerschaftsmonat können Frauen aktiv bleiben?

Jung: Gymnastik können sie bis zur Geburt machen. Schwangere Läuferinnen berichten oft, dass sie ab dem siebten Monat wieder aufdrehen. Und nach der Geburt fühlen sie sich sogar leistungsfähiger, obwohl sie weniger intensiv trainieren - weil die Schwangerschaft selbst schon ein Training ist.

Frage: Sollte eine Frau nach der Geburt nicht erst mal eine Sportpause einlegen?

Jung: Das hängt davon ab, wie aktiv die Frau vorher war. Sinnvollerweise sollte sie aber schon bald nach der Entbindung mit der Wochenbettgymnastik beginnen. Das regt den Kreislauf an und verhindert Thrombose. Nach drei, vier Wochen kann man mit Schwimmen anfangen, das lockert den Körper. Und nach acht Wochen ist es möglich, ein Krafttraining aufzunehmen. Damit ist aber nicht Gewichtheben im Fitnessstudio gemeint, sondern Rückbildungsgymnastik, die mit dem eigenen Körpergewicht arbeitet.

Frage: Wirkt es sich positiv auf das Kind aus, wenn die Mutter Sport macht?

Jung: Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Befunde. Sportliche Frauen verhalten sich aber meist insgesamt gesünder, was auch dem Kind zugute kommt.

Frage: Trauen die Männer ihren schwangeren Frauen zu wenig zu?

Jung: Ganz bestimmt. Vor allem sollten wir Männer dem Gespür der Frau vertrauen und uns nicht anmaßen, es besser zu wissen.

Das Interview führte Wendelin Hübner