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Koliken und Blähungen


Mögliche Ursachen:

  • Verschluckte Luft (z.B. sehr starker Milchspendereflex, Schnupfen, gieriges Trinken)
  • Das Baby kann schlecht aufstoßen, Luft wandert in den Darm, verursacht Schmerzen
  • Ungewohnte blähende Lebensmittel (individuell) z.B. Hülsenfrüchte,
  • Kuhmilch
  • Magen- und Darminfektionen
  • Kaputte oder unreife Darmflora von z.B Antibiotika
  • Rückfluss der angedauten Milch in die Speiseröhre, Sodbrennen
  • Zu viel Milch, zu schnelles Wechseln der Brüste - an beiden Seiten wird nur die wässrige Milch getrunken. In diesem Fall sind die Stühle des Kindes oft grün.
  • Durch Schnuller oder Flaschensauer lernt das Kind eine falsche Saugtechnik und schluckt zu viel Luft bei Saugen am Busen
  • Wird das Baby durch Wasser oder Tee bei Hunger hingehalten, trinkt es nachher umso gieriger und schluckt zu viel Luft dabei
  • Tee beeinträchtigt die Darmflora, die Mutter und nicht das Kind sollte den Tee trinken
  • Beim Weinen (lassen) schlucken die Babys viel Luft
  • Zu spätes Anlegen, zu großer Hunger

Andere Gründe:

  • Die Mutter hat ihrerseits zu wenig Rückhalt, Unterstützung und Ruhe im Alltag, so dass sich die Anspannung auf das Baby überträgt
  • Spannungen im sozialem Umfeld
  • Geburtstrauma z.B. nach Kaiserschnitt
  • Ein Baby, das durch den Tagesablauf überlastet ist, schreit, um Spannungen abbauen zu können, Reizüberflutung und Übermüdung
  • Zigarettenrauch in der Wohnung
  • Zu wenig Tragen des Kindes

Andere Gründe:

Das ist ein Ammenmärchen.
Manchmal wird gesagt, dass zwischen zwei Stillmahlzeiten mindestens 2 bis 3 Stunden Abstand sein müsse, damit "keine frische Milch auf angedaute" kommt.
Erstens ist Muttermilch so leicht verdaulich, dass sie in der Regel schon nach anderthalb Stunden aus dem Magen verschwunden ist. Zweitens ist zwar die Beobachtung richtig, dass häufigen Stillen bei manchen Kindern zu Koliken führt. Allerdings ist die Begründung dafür anders: Am Anfang der Mahlzeit ist die Milch wässrig, gegen Ende wird sie immer sahniger, während der Laktosegehalt gleich bleibt. Wenn die Mutter viel Mich hat und die Seite wechselt , bevor das Kind die sättigende Sahne bekommen hat, muss es sich an der anderen Brust wieder durch die wässrige Milch "hindurch trinken", bis es schließlich die Kalorien hat, die es zum Sattwerden braucht. Es kommt vor, dass das Kind dabei mehr Laktose aufnimmt als es verdauen kann - das führt dann zur Gasbildung im Darm. Abhilfe bringt erst eine Seite komplett leer trinken lassen. Bei zu viel Milch evtl. sogar bei der folgenden Mahlzeit erst die "leere" Seite anbieten.
Gegebenenfalls die nicht benutzte Seite per Hand entleeren um einen Milchstau zu verhindern.

Lösungsmöglichkeiten:

  • Ruhige Atmosphäre für Mutter und Kind beim Stillen
  • Soziale Unterstützung für gestresste Mütter (Verwandtschaft, Freunde, Nachbarn)
  • Hilfe und Unterstützung annehmen können, Die Menschen sind evolutionsbiologisch nicht dafür ausgelegt, dass nur die Mutter sich alleine um ihr Kind und alles andere kümmern kann. "Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind groß zu ziehen" (afrikanisches Sprichwort)
  • Rituale einführen und dabei bleiben. Ein geregelter Tagesablauf gibt Sicherheit. Aber bitte nicht an feste Uhrzeiten knüpfen.
  • Hektik vermeiden, alles mit Ruhe und Gelassenheit angehen
  • Körperkontakt, Wiegebewegungen, Tragetuch oder Manduca, Schaukeln, Fliegergriff, Fahren im Kinderwagen
  • Beinchen bzw. Knie in Richtung Bauch führen ("Radlfahren")
  • Pucken, Baby in eine Decke einwickeln, in Tragehilfe sich an den Körper binden, Das Baby braucht Begrenzung - es muss sich selber spüren.
  • Wärme im Form von Wollsocken, Mütze, warmes Bad, nackt unter einer Wärmelampe, Wärmflasche, Wickel. Aber nicht so warm, dass das Kind schwitzt.
  • Massage des Bauches im Uhrzeigersinn mit Kümmel- oder Fenchel-Kamille-Öl
  • Lagerung auf der linken Körperhälfte
  • Tee gegen Blähungen (Stilltee - Anis, Kümmel, Fenchel) für die Mutter
  • Verdächtige Lebensmittel weglassen (z.B. ungesäuerte Milch, blähende Speisen, Nikotin, Koffein), dabei auf Besserung achten, manchmal kann das mehrere Tage dauern. Trotzdem auf ausgewogene Ernährung achten und nicht zu rigoros alles weglassen.
  • Bei starkem Milchspendereflex den ersten Schwall weglaufen lassen bzw. ausstreichen, rücklings quasi gegen die Schwerkraft stillen, Kind zwischendrin aufstoßen lassen, aber dann die eine Seite trotzdem erst "leer trinken" lassen
  • Evtl. nur auf einer Seite pro Mahlzeit stillen und zum Trösten zwischendurch weiterhin diese Seite anbieten
  • Hilft alles nichts, dann bitte von einem Arzt körperliche Ursachen ausschließen lassen
  • E-coli Bakterien aus der Apotheke ("Mutaflor") zum (wieder)Aufbauen einer gesunden Darmflora z.B. nach Anitbiotika
  • Oberkörper des Säuglings hoch lagern oder aufrecht tragen, das Verhindert das Zurückfließen der angedauten Milch in die Speiseröhre und beugt Sodbrennen vor

Das sind nur Möglichkeiten und Anregungen in welche Richtung man selber mit seiner Ursachenforschung und Überlegung gehen soll/kann.
Auch sollte dabei der Einfluss einer (schlechten, stressigen, kranken) Schwangerschaft und die Erlebnisse bzw. Einflüsse bei der Geburt auf das Kind mit evtl. verabreichten Medikamenten für Mutter oder Kind bedacht werden.

Quellen: Eigene Erfahrungen, AFS-Unterlagen