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Meine persönlichen Empfehlungen zum Thema

Schlafen

Hintergrundinfos:

Immer wieder kommt das Thema Schlafen in meinen Stillgruppen zur Sprache und ich werde auch als Stillberaterin dazu befragt. Ich versuche hiermit anderen Müttern zu helfen und zu verhindern, dass Babys nach der "Jedes Kind kann schlafen lernen" - Methode aus dem gleichnamigem Buch zum Schlafen durch Aufgeben gezwungen werden und dadurch erwiesenermaßen eine psychischen Schaden nehmen. (Artikel aus Zeitschrift "Eltern")
Meine beiden Buben und besonders unser Erstgeborener (mit dem ich Folgendes noch rigoroser durchgezogen habe) gehen gerne ins Bett und freuen sich, wenn sie schlafen dürfen.
Letzteres ist auch meiner Meinung nach eines der Hauptgründe, warum Schlafen bei uns fast nie (es gibt immer mal Phasen) ein schwieriges Thema war.

Die Methode "schlafen dürfen" (auf Nannis Art:)

  • Wir stammen von den Affen ab und an denen sollten wir uns auch ein Beispiel nehmen. Also zurück zu den Wurzeln. Auch unsere Kinder sind Säuglinge und Traglinge und haben als Babys noch ausgeprägte Urinstinkte.
  • Säuglinge in den ersten 9 Lebensmonaten brauchen es für ihre psychische Reifung, dass ihre Grundbedürfnissen sofort erfüllt werden. Erst nach 10 Monaten ist sein Gehirn so weit, dass ein Säugling eine Zeit lang warten kann ohne dabei psychischen Schaden zu nehmen. (Michael Winterhoff, Buchautor, Kinderpsychologe und -psychiater)
  • Mindestens in den ersten 4 Monaten habe ich meine Kinder 24 Stunden jeden Tag bei mir gehabt. Das heißt auch, dass ich sie nicht weggelegt habe, als sie auf meinem Arm oder Bauch oder an meinem Busen eingeschlafen sind. Sie sind auf oder an mir eingeschlafen und sind dort auch oder zumindest direkt neben mir wieder aufgewacht. Und wenn es nicht bei mir war, dann bei meinem Mann. Natürlich, Situationen wie duschen, während sie geschlafen haben, ausgenommen, denn wann sollte ich das sonst machen.
  • Oben genanntes hat ihnen vermittelt, dass ich immer für sie da bin. Sie mussten nie alleine irgendwo "geparkt" (nenne ich das gerne) schlafen und aufwachen und dann erst nach der Mama schreien. Sie wachten auf und machten die Augen auf und lächelten mich an. Das stärkt ihnen das sogenannte Urvertrauen. Babys spüren (Bewegung, Herzschlag, Wärme) und riechen im Schlaf, ob Mama da ist oder nicht.
  • Natürlich braucht man dazu auch die richtige Einstellung und eine geeignete Tragehilfe (ich empfehle ein Tragetuch oder die Manduca). Damit kann ich dann auch alles mit Kind machen. Macht die Affenmama auch nicht anders. Nur da klammert sich das Baby selbst an. Man darf das Kind nicht als Last oder als lästiges anstrengendes Anhängsel sehen, sondern muss ein Team mit ihm bilden. Wie Siamesische Zwillinge.
  • In den ersten 8 Wochen hat man sowieso noch Mutterschutz und das darf Frau auch wirklich ausnutzen. Lasst andere z.B. den Papa auch mal die Hausarbeit machen. Und wenn die Wohnung in der Zeit einfach mal ein bisschen dreckiger ist, dann ist das auch egal. Das Baby ist viel wichtiger als ein krümelfreier Boden.
  • Stillt die Mama, dann kann sie aber natürlich auch schon, wenn sie das so will, gleich nach der Geburt - natürlich immer mit Baby - zeitlich unbegrenzt unterwegs sein. Vorausgesetzt sie ist körperlich (wieder) fit. Das Baby kann bei Mama in der Trage schlafen oder wachen wann es will. Ich bin mit Baby im Tragetuch mit meinen Freundinnen Kaffeetrinken gegangen.
  • Hab ich mein Kind mit einer Tragehilfe an mir, kann ich (fast) alles machen. Ich kann spazieren gehen, auf der Couch sitzen und fern sehen oder lesen, sogar kochen, Stau saugen oder wischen, die Wäsche machen und auf die Toilette gehen. Wenn das Baby nicht in der Tragehilfe ist, dann ist es trotzdem immer mit dabei. Wenn ich im Badezimmer bin, dann kann es währenddessen neben mir nackt auf dem Boden strampeln. Sitze ich auf der Couch, liegt es auf meinem Bauch oder wenn ich etwas Abstand brauchen, dann direkt neben mir in Hör-, Riech- und Sichtweite.
  • Kleine Babys sehen am Anfang nur die Entfernung Busen zum Gesicht von Mama scharf. Alles andere ist für sie verschwommen. Außerdem können sie sich, bis auf Kopf hin und her und ein bisschen unkontrolliert Arme und Beine strampeln, nicht bewegen. Sie sind total hilflos der Umwelt ausgesetzt. Versetzt man sich in ein Baby, dann ist es schon furchtbar, wenn die Mama nur 3 Meter neben ihm steht, denn sie ist verschwunden! Es kann sie nicht mehr sehen, geschweige denn spüren, vielleicht gerade noch riechen. Und ich weiß nicht, wann oder ob sie wieder kommt. Denn ein Zeitgefühl haben Babys auch nicht. Wer würde da nicht schreien.
  • Es ist purer Erhaltungstrieb, dass ein Baby 24 Stunden bei oder an seiner Mama sein will. Und das sollten sie auch dürfen.
  • Damit versteht sich von selbst, dass Baby an oder direkt neben der Mama viel besser schlafen kann, als komplett alleine in einem anderem Zimmer. Und wenn sie nicht dauernd die Erfahrung machen müssen, dass sie mit Mama einschlafen und sobald sie schlafen die Mama verschwindet. Natürlich schlafen dann Babys an der Mama viel besser und länger als "geparkte" Babys, die alleine schlafen und alleine aufwachen müssen.
  • Kann oder will die Mama es nicht, dass sie ihr Baby 24 Stunden an oder bei sich hat, dann muss sie zumindest sofort zur Stelle sein, wenn das Baby aufwacht und es so kurz wie möglich - am Besten gar nicht - schreien lassen.
  • Ich hatte meine Buben immer bei mir und hab sie nie alleine aufwachen lassen. Tagsüber und abends haben sie auf oder an mir geschlafen oder im Stubenwagen direkt neben mir. Nachts in der Babybucht an unserem Ehebett oder direkt in unserem Ehebett. Auch aus praktischen und egoistischen Gründen, weil ich nachts nicht aufstehen wollte. Das musste ich auch nicht (außer zum Wickeln), denn zum Stillen hatte ich sie ja gleich schon an mir.
  • Ab dem Alter von ca. 9 Monaten, bei unserem zweiten Sohn schon mit ca. 6 Monaten, fing ich dann langsam an sie ins Bett zu bringen. Ganz einfach aus dem Grund, weil unser 1. dann schon abends zu viel vom TV-Programm mitbekam und das wollte ich nicht. Bei unserem 2. wollte und brauchte ich einfach auch mal 1-2 Stunden am Tag ohne Kinder für mich alleine.
  • Ich bringe meine Kinder immer mit Busen ins Bett. (Den Franz dann ab 11 Monaten mit Flasche.) Meistens schlafen sie am Busen ein und bleiben dann im Ehebett liegen, in dem ich sie im Liegen gestillt habe und ich stehe dann wieder auf. Oder ich lege sie dann schlafend oder halbschlafend in ihr Bettchen, das direkt an unserem Ehebett steht. Dabei kommt mir dann auch ihr Daumen zu Hilfe, den nehmen sie dann auch automatisch statt Busen in den Mund, wenn ich sie abgedockt habe.
  • Ich habe meinen Kindern immer suggeriert, dass schlafen etwas schönes ist. Dass sie nie alleine schlafen müssen und nie ins Bett gehen müssen, sondern immer dürfen. Schon allein deswegen, weil ich selbst gern viel und lange schlafe. Ich bin nie sofort aufgestanden, wenn meine Babys in der Früh wach waren. Ich bin mit ihnen liegen geblieben, habe sie noch mal gestillt, mit ihnen gekuschelt und im Bett gespielt, manchmal sind wir dann beide wieder eingeschlafen und erst gegen 10 Uhr oder später aufgestanden. Das ging mit dem 1. Sohn natürlich noch viel besser.
  • Ich habe meine Kinder nie ins Bett geschickt, vor allem nicht, wenn sie nicht wirklich müde waren. Sie haben nach dem Bett verlangt. Dazu muss man natürlich seinen Tag ausnutzen und die Kinder evtl. abends z.B. durch Spielen müde machen bzw. sie rechtzeitig aus dem (Nach)Mittagsschlaf aufwecken oder spät nachmittags nicht mehr schlafen lassen.
  • Wenn meine Kinder zur eigentlichen Schlafenszeit noch nicht müde genug waren, weil sie zu lange nachmittags geschlafen haben oder warum auch immer, hab ich sie einfach noch eine Stunde länger wach gelassen, die Zeit lieber mit ihnen gelacht und gespielt und sie dann lieber problemlos eine Stunde später ins Bett gebracht, bevor ich dann eben diese eine Stunde länger dazu gebraucht hätte sie ins Bett zu zwingen, obwohl sie noch nicht müde genug sind. Damit erspar ich mir und ihnen viel Ärger und Stress und das Ins-Bett-gehen bleibt immer schön, weil niemand schlafen muss, wenn er noch nicht kann, weil er noch nicht müde genug ist.
  • Ich habe nie zu meinen Kindern gesagt z.B.: Damit ist jetzt Schluss, sonst musst du ins Bett. Du bist müde, du musst jetzt ins Bett. Du nervst, du gehst jetzt ins Bett...
    Sondern immer: Bist du müde, willst du ins Bett? Ich glaube du bist müde, gleich/bald darfst du ins Bett gehen.
  • Sehr hilfreich bei Kindern ab einem halben Jahr (früher würde ich sie nicht alleine zum Schlafen legen und mit 6 Monaten ist sowieso ein schlechter Zeitpunkt damit anzufangen) sind feste Rituale. Selbst wenn die Kinder nicht müde scheinen, aber von der Uhrzeit her eigentlich müde sind oder sein müssten, werden sie müde oder merken sie durch das Ritual dann erst wie müde sie wirklich sind.
    Das kann z.B. sein: Jedem Abend zuerst Ausziehen, Wickeln, Schlafanzug anziehen, Zähneputzen, Gesicht und Hände waschen, ins Schlafzimmer gehen, den Rollo schließen, die Nachtlampe anknipsen, ein bestimmtes Lied singen oder ein bestimmtes Buch lesen bzw. Bilderbuch anschauen, Stillen oder Flasche geben, Kuscheln, Einschlafen. Der Ablauf sollte immer gleich sein und durch nichts gestört werden.
  • Mein Tipp: Nicht so viele Gedanke über die Zukunft machen. Macht Euch deshalb doch nicht die Gegenwart schon schwer. Unser Erster ist erst mit eineindreiviertel in sein eigenes Zimmer gezogen. Unser Zweiter (16 Monate) schläft auch noch bei uns im Zimmer, meist in seinem eigenem Bett neben unserem, oft aber auch noch in unserem Bett. Unser Erster kommt noch oft in der Nacht von seinem Zimmer in unser Bett gekrochen. Na und! Dafür kann ich fast immer durchschlafen!
  • Wir haben ein Familienbett. Wir haben unser Ehebett erweitert. Denn ich brauche Platz zum Schlafen. Ein 160 cm Ehebett mit einem 90 cm Bett direkt dran, damit quasi ein 250 cm Bett und daneben noch ein Kinderbett. Teilweise schlafen wir dann zu 4. im Familienbett. Es ist schön und wir schlafen alle sehr gut und sehr lange und meistens durch.
  • Durchschlafen bedeutet für mich allerdings auch, wenn ich kurz aufwache, weil unser Erster von seinem in unser Bett kriecht. Oder wenn ich unseren Zweiten im Halbschlaf im Liegen 1-3 Mal pro Nacht noch stille, weil er ja sowieso gleich neben mir liegt. Meist weiß ich gar nicht, wie oft ich gestillt habe. Manchmal und immer öfter passiert aber nichts dergleichen und ich schlafe wirklich durch.
  • Satte Kinder schlafen auch besser. Bei Kindern, die schon essen, darauf achten, dass sie abends genug gegessen haben, damit sie nachts keinen Hunger bekommen.
  • Nicht-gut-schlafen hängt natürlich auch mit Wachstumsschüben oder Zahnen oder Krankheit oder (beginnender) Trennungsangst (mit ca. 6 Monaten) zusammen. Da kann man nichts machen. Da sind die Nächte einfach ein bisschen unruhiger und man muss z.B. öfter stillen. Aber das sind immer nur Phasen!
  • Ich mache mir keine Gedanken von wegen Kinder verziehen, weil sie im Elternbett schlafen. Ganz im Gegenteil. Das Familienbett ist das natürliche und stärkt den Familienzusammenhalt und das Urvertrauen. Oder von wegen man bekommt sie nicht wieder vom Elternbett raus. Ich glaube nicht, dass meine Buben mit 15 noch bei der Mama im Bett schlafen wollen... Darüber kann ich mir dann Gedanken machen, wenn es mich stört oder mich betrifft. Im Moment genieße ich es nur, keine Schlafprobleme zu haben. Warum sollte ich mir das Leben bzw. Schlafen jetzt schon schwer machen. Dafür schlafe ich selbst viel zu gern.
  • Als unser Erster mit fast zwei Jahren ins eigene Zimmer ziehen sollte, hatte ich auch Angst davor, dass das nicht klappt und eine Tortour wird. Aber wir hatte überhaupt kein Problem damit. Als er die erste Nacht in seinem neuen eigens für ihn renovierten Zimmer schlafen durfte, hat er stolz wie Oskar super durchgeschlafen, wie auch viele Folgende noch.
  • Eine Zeit lang konnte ich nicht gut schlafen, weil meine Kinder zu laute Schlafgeräusche von sich gegeben haben. Aber ich hab sie deshalb nicht ausquartiert, sondern dann einfach eine Zeit lang mit Ohrenstöpsel geschlafen. Jetzt stören mich die Geräusche nicht mehr und ich schlafe wieder ohne Ohrenstöpsel.
  • Dann kam die Zeit in der ich nicht gut schlafen konnte, weil meine Kinder auf oder an mir lagen und sich zu viel bewegt haben und ich zu wenig Platz hatte. Ich habe sie nicht ausquartieret, sondern wie oben schon erwähnt das Ehebett zum Familienbett erweitert. Dann hatte ich wieder genug Platz für mich alleine und konnte ohne jemanden zu berühren doch mit meinen Kindern und meinem Mann in einem Bett schlafen.
  • Babys die schon länger gut alleine schlafen und durchschlafen, können dies plötzlich im Alter von ca. 6 Monaten nicht mehr. Das ist völlig normal. Mit ca. 6 Monaten beginnen die meisten Kinder zu fremdeln. Es entsteht die Trennungs- bzw. Verlustangst. Früher sind die Babys auch nachts öfter aufgewacht. Da haben sie sich aber einfach umgedreht und weitergeschlafen. Jetzt mit Trennungsangst wachen die Babys genauso auf und dann fällt ihnen aber plötzlich auf, dass die Mama nicht da ist und sie wollen wissen wo sie ist und ob sie noch da ist. In diesem Alter kann es auch sein, dass man wieder vermehrt nachts stillen muss. Ganz einfach deshalb: Verlange ich nach der Brust, dann kann ich mir sicher sein, dass da meine Mama dran hängt.
  • Man sollte nicht so hohe Ansprüche haben. Schlafen Babys sechs Stunden am Stück, ist das eigentlich schon durchschlafen für mich. Niemand schläft 12 Stunden am Stück durch. Packen wir uns doch mal selbst an der Nase. Wie oft wachen wir in der Nacht noch auf, weil wir aufs Klo müssen, durst haben oder uns einfach nur in eine anderer Schlafposition begeben. Der Unterschied zu uns ist nur, dass wir nicht mehr Angst haben und nach unserer Mama (Schutz) verlangen müssen.