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Heißt das, Eltern sollten auch nachts bei ihrem Baby sein?
Der nächtliche Kontakt ist auf jeden Fall von der Natur vorbereitet. Leitet man etwa die Hinstromkurven von Mutter und Kind im Schlaf ab, so kann man sehen, dass sie die unterschiedlichen Schlafstadien gemeinsam duchlaufen - schläft die Mutter leicht, so schläft auch das Kind leicht. Mutter und Kind sind sozusagen ein Dream-Team...
Denn diese Verschränkung heißt ja auch, dass sich das Kind zum Stillen meldet, wenn auch die Mutter im Leichtschlaf ist. Der Schlaf wird dadurch nicht jedes Mal komplett über den Haufen geworfen. Allerdings passiert diese wechselseitige Abstimmung nur, wenn die Mutter stillt und ihr Kind nahe bei sich hat, in einem Beistellbettchen oder direkt im Elternbett.

Genau davor warnen aber doch viele Kinderärzte!
Global geshen, sind wir Eltern der modernen westlichen Welt mit unserer Ansicht, dass Babys in ihr eigenes Bett gehören, die Ausnahme. Dass Babys nah bei der Mutter schlafen, hat, evolutionär gesehen, nur Vorteile. Das Baby wird gewärmt und geschützt und kann leichter auch nachts die Kalorien zu sich nehmen, die es zum Wachsen braucht. Umgekehrt verschwendet die Mutter keine wertvollen Kraftreserven, um nachts zum Stillen aufzustehen. Und sie lagert das Kind unbewusst in einer sicheren Position, auf dem Rücken oder auf der Seite - das erleichtert nun einmal das Stillen. Die Warnungen sind mir deshalb zu pauschal. Es gibt keine einzige Untersuchung, die ein erhöhtes Risiko für den Plötzlichen Kindstod hätte nachweisen können - bei Babys, die neben ihrer gesunden, stillenden, nicht rauchenden, nicht unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stehenden Mutter schlafen! Dafür zeigen die Daten eindeutig, dass das Risiko erhäht ist, wenn ein Baby im getrennten Zimmer schläft!

Aber verstehen Sie, dass viele Eltern, die ihr Baby zu sich ins Bett holen, befürchten: "Das kriege ich da nie weder raus"?
Also, ich habe noch nie von Jugendlichen gehört, die ihre Freundin gern mit zu den Eltern ins Bett nehmen würden... Nicht wenige Kinder packt zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag der dringende Wunsch "selber groß" zu sein und in ihr eigenes Bett umzuziehen. Wer den Umzug schon früher einleiten will, lässt sein Kind im Gitterbett neben dem Elternbett schlafen und rückt das Kinderbett nach und nach immer weiter weg. Umgekehrt ist ein von Anfang an im eigenen Bett schlafendes Baby keine Garantie, dass das so bleibt. In einer Schweizer Studie zum Schlafverhalten von Kindern durften nur zehn Prozent aller Babys von Anfang an im Elternbett schlafen. Trotzdem schliefen später über die Hälfte von ihnen zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr mindestens einmal in der Woche bei den Eltern.

War dann die andere Hälfte vielleicht einfach konsequenter in der Schlaferziehung?
Nach meiner Erfahrung würde ich eher sagen: Sie hatten vielleicht weniger kuschelbedürftige Kinder. Denn es gibt ja trotz allem auch die Babys, die von Anfang an gut allein schlafen können. Garantiert sagen deren Eltern dann stolz: Unser Erik schläft so gut, weil wir ihn von Anfang an konsequent ins eigene Bett gelegt haben.

Sind Sie ein Schlaf-Softie? Bei Ihnen wird dauernd gekuschelt und gestillt, wo es in klassischen Schlafratgebern klar Grenzen und Gebrüll gibt.
(Lacht) Bei unsd hat es auch Gebrüll gegeben, nicht beim Schlafen, aber zum Beispiel in der Trotzphase, wenn manchmal einfach das Ende der Fahnenstange erreicht war. Aber ausgerechnet den Schlaf zum Erziehungsfeld zu machen halt ich für qualend. Für alle Beteiligten. Das Kind hat seine angeborenen Bedürfnisse, die Eltern haben ihre, und da liegt es doch nahe, nach einem Weg zu suchen, mit dem alle leben können. Ich habe der Angst vorm Verwöhnen den Kampf angesagt. Ein Baby in den Schlaf zu begleiten und nicht nur tagsüber, sondern auch nachts für es da zu sein - das ist weder übertrieben, noch macht es unselbständig.

Quelle: Eltern Speziel / Interview mit Herr Dr.Herbert Renz-Polster