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Spucken

Der Spuck-Spuk


Ob Fläschchen- oder Stillkind. Nach dem Essen kommt Babys oft etwas Milch hoch. Muss das Eltern beunruhigen?

Es gehört zur Erstausstattung wie Strampler und Kinderwagen: das Spucktuch. Denn die Mehrheit der Babys speit in den ersten Monaten nach den Mahlzeiten etwas Milch aus. Viele Eltern fragen sich dann: Ist mit unserem Kind alles in Ordnung? Ist so viel Spucken normal? Und: Können wir etwas dagegen tun?

"Wenn ein Baby spuckt, passiert nichts anderes als dass etwas Milch aus dem Magen zurückläuft", erklärt Dr. med.Michael Zense, Kinderarzt und Kindergastroenterologe am Klinikum Braunschweig. "Das ist ein nomales Phänomen und hat für die Kinder in den meisten Fällen keine Nachteile." Nicht umsonstweiß der Volksmund "Speikinder sind Gedeihkinder" - und hat damit recht. Auch wenn der Milchfleck auf dem Tüchlein noch so groß erscheind, "bringen Babys tatsächlich meist nr wenig Milch heraus", so Zense. Der beste Indikator: Das Kleine nimmt trotz Spucken zu, es entwickelt sich gut, und es hat keine Beschwerden beim Trinken. Dann ist das Phänomen nicht mehr als ein lästiger Spuk.

Trinken Säuglinge zu gierig, schlucken sie viel Luft. Diese gelangt wieder nach oben - zusammen mit etwas Milch. Denn der Verdauungstrakt ist noch nicht ausgereift. Babys, die aber nach jeder Mahlzeit schwallartig erbrechen, nicht zunehmen oder beim Trinken Schmerzen haben, sollten dem Kinderarzt vorgestellt werden. Eine Kuhmilchunverträglichkeit oder Stoffwechselstörung kann die Ursache sein. "Das kommt aber sehr selten vor", so Zense.

Macht das Baby bereits während der Mahlzeit ein Bäuerchen kann dies manchmal das Spucken verringern", sagt der Kindergastroentrologe. Hat das Stillbaby etwa von der ersten Brust getrunken, kann man ws vor dem Wechsel zur zweiten aufstoßen lassen. Bei Flaschenkindern einfach nach dem ersten Durst eine Pause einlegen. Das verringert die Luft im Bauch.

Kleine, die Fläschchennahrung bekommen sollten aus einem passenden Sauger trinken. "Sind die Löcher sehr groß, schlucken die Kinder zu viel Luft", so Zense. Eventuell kann es helfen, die jeweiligen Trinkportion zu verringern. Die Tagesmenge sollte jedoch nicht reduziert werden. "An sich spucken die Kinder aber nicht, weil sie zu viel getrunken haben", erklärt Zense. Auch Spezialnahrung haben sich als günstig erwiesen. Diese enthalten Zusätze wie Reisstärke oder Hohannisbrotkernmehrl, die die Milch andicken. Wenn das Kleine fünf Monate alt ist, können Mütter auch mit Beikost beginnen. "Breie sind fester, dadurch spucken Kinder seltener", sagt der Experte.

Quelle: Baby und Familie (05/2010)