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Beikost

Tipps zur Einführung der Beikost bei Kindern ab einem halben Jahr

Die WOH empfiehl die Beikost nicht vor dem 7. Monat einzuführen, weil das kindliche Verdauungssystem zuvor noch nicht ausgereift ist. Sie empfiehlt: Ausschließlich stillen während der ersten 6 Lebensmonate und anschließend neben geeigneter Beikost weiter stillen bis zum Alter von 2 Jahren und darüber hinaus.

Wird das Kind 6 Monate voll gestillt, kann es evtl. gleich vom Elternteller mitessen. Voll stillen heißt keinerlei Gabe von irgendetwas anderem als Muttermilch, auch nicht Wasser oder Tee.

- Sie sollte keine Stillmahlzeit ersetzen, sondern wie der Name es schon sagt die Beikost nebenbei einführen. Manchmal brauchen die Kinder die Enzyme, die in der Muttermilch enthalten sind, um die feste Nahrung besser verdauen zu können. Am besten vor dem Essen stillen, damit die Milchproduktion aufrechterhalten bleibt.

- Jedes Kind ist anders. Nie ein Kind zum Essen zwingen. Man bietet es ihnen an und wenn sie es ablehnen, muss man es akzeptieren. Manchen Kinder wollen am liebsten schon mit 5 Monaten etwas essen, manche fangen erst mit 7 Monaten oder später an sich für feste Nahrung zu interessieren.

- Hat das Kind noch den Zungenstreckreflex, wenn man ihm etwas in den Mund schiebt, ist es auf alle Fälle noch zu klein zum Essen. Der Reflex bildet sich etwa mit einem halben Jahr zurück. Der Reflex diente ursprünglich dazu, dass Babys keine Fliegen, Steinchen oder Erde verschlucken. Hat ein Baby diesen Reflex noch ist der Brei überall, bloß nicht im Mund...

- Kinder mit hoher Allergiegefährdung nehmen oft viel später feste Nahrung zu sich. Es ist auch kein Problem ein Baby ein volles Jahr ausschließlich zu stillen. Der Eisenvorrat in seiner Leber reicht auf alle Fälle bis neun Monate nach der Geburt und in der Muttermilch ist auch (genug) Eisen vorhanden.

- Wenn ein Kind generell oder eine bestimmte Nahrung verweigert, kann es daran liegen, dass das Kind gegen dieses Nahrungsmittel allergisch ist. Kinder spüren das. Zwingen Sie es deshalb nie zum Essen eines bestimmten Nahrungsmittel, wenn es nicht will.

- Will ein Kind (noch) nicht essen, ist das nicht schlimm. Kinder zeigen durch 3 Verteidigungsmechanismen, dass sie nicht essen wollen.

- 1. sie drehen den Kopf weg und lassen den Mund zu, manchmal schlagen sie den Löffel mit der Hand weg. 2. sie öffnen den Mund, aber schlucken nicht hinunter. Wenn man weiterhin darauf besteht, dass sie essen sollen, kommt 3. sie öffnen den Mund, schlucken die Nahrung hinunter und erbrechen sich dann später wieder. Macht ein Kind eines dieser Zeichen, will es nicht essen. Dies muss man akzeptieren und ihnen zu einem späterem Zeitpunkt wieder etwas (anderes) anbieten.

- Die Kinder sollten mit am Tisch sitzen dürfen. Kinder lernen durch Nachahmung und ein gemeinsames Essen stärkt auch den Familienzusammenhalt.

- Vergleichen sie nie die Menge, die ihr Baby isst mit der Ihren. Manchen Kindern reichen zwei Bissen Apfel oder etwa drei Nudeln völlig aus.

- Für die eine Familie ist es günstiger mit Gläschennahrung zu beginnen, die anderen lassen die Kinder gleich von Anfang an mit vom Teller der Eltern essen. Beides ist gut. Lässt man die Kinder vom Teller essen oder kocht man extra für die Babys, darf man die Speisen nicht zu stark würzen. Kein Zucker, Salz, Pfeffer oder Schärfe. Frische Kräuter eignen sich zum Würzen.

- Mit 6 Monaten ist das kindliche Verdauungssystem soweit, dass es auch gleich feste Nahrung vom Elternteller vertragen kann. Allerdings gilt das natürlich nicht pauschal und ist nicht auf jedes Kind übertragbar. Manche Kinder vertragen es noch nicht und bekommen dann Bauchschmerzen. Man muss die Einführung fester Kost auf das Kind individuell abstimmen und evtl. zu einem späteren Zeitpunkt mit der Beikosteinführung beginnen.

- Für die aller erste Mahlzeit des Babys sollte es ausgeglichen und nicht müde, nicht zu hungrig oder nicht zu satt sein. Die bester Zeit ist nach dem Mittagsschlaf.

- Kinder die weiterhin gestillt werden, brauchen keine zusätzliche Milch außer Muttermilch. Wird komplett abgestillt, sollte lieber Säuglingsnahrung statt Tiermilch (Kuhmilch) gegeben werden. Denn Tiermilch hat im Vergleich zu Muttermilch zuviel Eiweiß und Salz. Bei roher Tiermilch ist die Gefahr der Übertragung von Krankheitskeimen auf das Kind.

- Honig kann Botulismus-Sporen enthalten, die bei Kindern bis zum vollendeten ersten Lebensjahr Atemlähmungen auslösen können.

- Ebenfalls nicht im 1. Lebensjahr sollten Frischkornbreie (rohes aufgequollenes Getreide) gefüttert werden, auch mit nitratreichem Gemüse wie Blatt- und Kopfsalat, Kohlrabi, Mangold, rote Beete, Sellerie, Karotten und Spinat sollte sparsam umgegangen werden. Häuft sich zu viel Nitrit im Körper an, kann das zu einer Blausucht (Zyanose) führen

- allergiegefährdete Kinder sollten nicht im 1. Lebensjahr Eier, Fisch, Kuhmilch, Soja und solche Nahrungsmittel gegen die ein Verwandter eine bekannte Allergie hat bekommen

- Beerenobst z.B. Erdbeeren vertragen manche Kinder wegen der hohen Fruchtsäure nicht. Sie bekommen davon z.B. einen wunden Po.

-Vorsicht auch bei exotischen Nahrungsmitteln

- ein Baby müsste ca. 500 g Karotten essen um die Energie zu erhalten, die es bei einer Stillmahlzeit erhält. Gemüse und Obst hat sehr wenig kcal, deshalb mögen viele Kinder kein Gemüse. Sie haben für die Mengen, die sie für ihren Energiebedarf essen müssten, nicht den Platz in ihrem kleinen Magen.

- 100 g Muttermilch enthalten ca. 70 kcal.
Zum Vergleich: ein Gläschen ab 12 Monaten mit Gemüse, Reis und Rindfleisch hat 67 kcal pro 100 g, 100 g Apfel nur 52 kcal, 100 g gekochter Kohl oder grüne Bohnen nur 15 kcal, 100 g Orangen nur 45 kcal. Aber 100 g gekochter Reis 126 kcal, 100 g Huhn 186 kcal, 100 g Bananen 91 kcal.

- Durch Zugabe von Öl oder Butter zum Gemüse oder Obst, kann man die kcal erhöhen

- In Hirse, Fleisch und weißen Bohnen ist viel Eisen enthalten, wobei Bohnen oder aber auch Kartoffeln für eine gute Aufnahme von Vitamin C sorgen.

- Die Nahrungsmittel, die auch die Mutter schon in Schwangerschaft und Stillzeit gegessen hat, akzeptieren die Kinder meist gut, weil sie den Geschmack durch das Fruchtwasser im Mutterleib oder die Muttermilch schon kennen.

- Gut ist frisches, reifes, gewaschenes und geschältes Obst der Saison, das unmittelbar vor dem Verzehr zubereitet wird. Einheimisches Gemüse der Saison aus biologischem Anbau, wie Kartoffeln, Möhren, Blumenkohl, Fenchel, Kürbis und Pastinaken in wenig ungesalzenem Wasser schonend garen und entsprechend der Kaufähigkeit des Kindes zerkleinern.

- Manche Kinder akzeptieren nur Brei und spucken kleinste Stücke wieder aus. Andere haben lieber große (weiche) Stücke in die Hand. Hängt auch ein bisschen davon ab, ob die Kinder schon Zähne zum Zerkleinern haben oder ihnen nur die Kauleisten zu Verfügung stehen.

- die Mahlzeiten sollten immer frisch zubereitet werden, nie Reste aufwärmen.

- Zur festen Beikost muss auch immer zusätzlich Flüssigkeit gegeben werden (stilles Wasser oder ungesüßten Tee), denn eine Stillmahlzeit besteht auch aus dem wässrigen und fetthaltigen Teil einmal gegen den Durst und dann gegen den Hunger.

Quellen:
AFS - Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen,
"Mein Kind will nicht essen" von Dr. Carlos Gonzales, herausgegeben von LLL.
Sehr empfehlenswert wie auch "Wir stillen noch - Leben mit gestillten Kleinkindern"

Verfasserin: Stillberaterin Nanni Wolff