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Tragen

Gut zu wissen:

  • Der Mensch wird in der Anthropologie als Tragling bezeichnet. Dies bedeutet, dass ein Menschenbaby mit dem Bedürfnis getragen zu werden geboren wird. Ein Bedürfnis kann weder durch Erziehung, noch durch Missachten abtrainiert werden. Ein Baby kann jedoch die Erfahrung machen, dass es in seinen Bedürfnissen nicht wahrgenommen wird. Bei den Urmenschen wurde der Nachwuchs auf der Hüfte getragen. Auch heute stellt die Hüftrageweise die ursprünglichste (und idealste) Trageform dar. Der Ring-Sling ist die unkomplizierteste Art, ein Baby ab Geburt auf der Hüfte zu tragen.

  • Der Mei Tai ist eine traditionelle asiatische Tragehilfe, die auch im westlichen Raum immer mehr Bekanntheit und Beliebtheit erfährt. Durch seine Einfachheit ist er fast universell anpassbar. Die Grundgestaltung ermöglicht das Tragen von sehr kleinen Kindern, aber auch von Fünfjährigen. Vorassetzung ist, dass er auf die Maße der jeweiligen Altersgruppe geschneidert wurde. Viele Mütter nähen inzwischen selbst Mei Tais und können sie so ganz an ihre Bedürfnisse anpassen. Auch beim Mei Tai gilt: Die Stoffqualität ist entscheidend. Tragetuchstoff hat sich durch seine querelastischen Eigenschaften bewärt. Wichtig ist, dass das Stoffpaneel von Kniekehle bis Kniekehle des Babys / Kindes reicht und Abnäher für das Erreichen einer guten Anhock-Spreiz-Haltung berücksichtigt werden.

  • Ein Tragetuch lässt sich neben der Funktion als Tragehilfe auch sehr gut als Wickelunterlage, Sonnen- oder Regenschutz und sogar als Hängematte einsetzen. Diese Vielseitigkeit macht es beliebt bei Eltern und Kind. Viele Tragetücher werden aufgrund ihrer hohen Qualität von Kind zu Kind weiter gegeben. Gerade Sondermodelle und ältere Designs werden zu Kultobjekten und erreichen einen sehr hohen Sammlerwert. Ein Tragetuch ist nicht nur eine fantastische Investition in eine enge und harmonische Eltern-Kind-Bindung, sonder kann auch ein langlebiger Schatz sein, der viele Tragegenerationen genutzt wird.

  • Der große Vorteil der Komforttragen liegt in der gleichmäßigen Verteilung des Gewichtes. Wie bei einem guten Wanderrucksack (deshalb wird auch oft von Rucksacktragen gesprochen) wird das Gewicht auf Schultern und Becken verteilt. Viele Hersteller ermöglichen das Tragen ab Geburt durch die Verwendung eines Neugeboreneneinsatzes. Allerdings sollte beachtet werden, dass Komforttragen ihre Stärke erst bei größeren Kinder (ab ca. 6 Monaten) wirklich zeigen können. In der Anfangszeit sollte deshalb nach Möglichkeit auf ein Tragetuch zurückgegriffen werden.

  • Tragetücher gibt es nicht nur in vielen unterschiedlichen Farben, Qualitäten und Webarten, sonder auch in verschiedenen Längen. Oft liegt der Gedanke nah, ein möglichst langes Tragetuch zu kaufen, um alle Bindeweisen nutzen zu können. Allerdings kann eine falsch gewählte Tuchlänge beim Binden hinderlich sein und das Tragen sehr umständlich gestalten. Die Tuchlänge ist nicht nur von der Körpergröße der tragenden Person, sonder auch von den später verwendeten Bindeweisen abhängig. Um die passenden Tuchlängen zu ermitteln, empfiehlt sich ein Besuch bei einer Trageberaterin. Hier werden geeignete Trageweisen für Träger und Kind geübt. So kann festgestellt werden, welche Tuchlänge am günstigsten ist.

  • Der Ring-Sling ist eine effektive, einfache und Platz sparende Zweittragehilfe. Für trainierte Trage-Eltern kann er trotz einseitiger Belastung auch für längere Strecken und Tragezeiten interessant sein. Sein Vorteil liegt in der unkomplizierten Nutzung (schnelles An- und Ablegen). Er muss nicht jedes mal neu gebunden werden. Nach dem Hineinsetzen des Babys in das Tuch wird lediglich strähnchenweise nachgezogen. Der Ring-Sling vereint die positiven Eigenschaften von Tragetuch und Babytrage. Er kann ab Geburt bis ins Kleinkindalter verwendet werden und ist so ein idealer Begleiter für die gesamte Tragezeit.

  • Trotz neu entstandener Tragekultur sind Tragehilfen keine Modeerscheinung des 20. und 21. Jahrhunderts. Es gab sie schon immer - zu jeder Zeit und in jeder Kultur. So ist der Mei Tai eine ursprüngliche, asiatische Tragehilfe. Auch in den Schweizer Alpen kamen Tragehilfen zum Einsatz. Es gab Kraxen in Form von Weidenkörben, in denen Säugliche getragen wurden. In Indonesien wurden Kindersitze genutzt, die jeweils auf der Seite von einer erwachsenen Person gehalten wurde. Auf diese Weise konnte das Baby über unwegsames Gelände transportiert werden. Die Inuit trugen ihre Babys in warmen Felljacken mit integriertem Babybeutel auf dem Rücken. Diese traditionelle Form des Tragens wird auch heute noch in Grönland genutzt. Viele Kulturen dieser Erde haben ihre eingenen Tragesysteme entwickelt, leider hat die Vielfalt nach Erfindung des Kinderwagens vor rund 150 Jahren abgenommen.

  • Das Tragetuch hüllt das Baby und die tragende Person ein, wie eine zweite Haut. Dieser enge Hautkontakt erfordert eine schadstofffreie Fertigung des Tuches. Da viele Babys gern an den Tuchsträngen in Kopfhöhe lutschen, ist ein giftfreier Stoff (meist Baumwolle) unabdingbar. Beim Kauf eines Tragetuches empfiehlt es sich, auf verwendete Gütesiegel zu achten. Ein sanftes Biowaschmittel (frei von Duftstoffen und Weichspüler) schont das Tuch und ist angenehmer für das getragende Kind

  • Komforttragehilfen können über einen sehr langen Zeitraum genutzt werden. Sie begleiten die Familie oft jahrelang und durch die Tragezeit mit mehreren Kinder. Aus diesem Gurnd werden diese Tragehilfen zunehmend auch nach optischen Gesichtspunkten ausgewählt. Viele Hersteller haben diesen Trend erkannt und bieten diese Tragesysteme in allen erdenklichen Farben und Mustern an. Es sollte also keine Scheu davor bestehen, eine Komforttrage nicht nur nach dem ergonomischen Aspekt auszusuchen, sonder auch als modisches Accessoire zu sehen. Sie sollte zur Garderobe passen und durch eine schöne Farbgebung lange Freude bereiten können.

  • Immer mehr Hersteller von Tragetüchern und Tragehilfen nehmen Varianten aus kbA-Baumwolle in ihr Programm auf. Artikel aus Bio-Baumwolle zeichnen sich häufig durch einen sehr weichen Griff aus. Zudem kann die tragende Person sicher sein, dass beim Anbau und bei der Herstellung streng darauf geachtet wurde, dass z.B. keine Pestizide, Entlaubungsmittel, optische Aufheller oder Chlorverbingungen zum Einsatz kommen. Aufgrund dieser strengen Kriterien sind Tragesysteme aus 100% kbA-Baumwolle in einem etwas höherem Preisniveau angesiedelt. Der Herstellungsprozess der Biobaumwoll-Tragetücher und Tragehilfen muss häufig anders gestaltet werden. Das liegt an den veränderten Eigenschaften im Vergleich zur herkömmlichen Baumwolle. Somit stellt der aufwändigere Hertellungsprozess für den Hersteller oft einen Mehraufwand dar.

  • Auf dem Markt ist eine Fülle von Tragehilfen zu finden. Viele dieser Tragesysteme sind laut Hersteller bereits ab Geburt verwendbar. Obwohl es inzwischen sehr viele empfehlenswerte Tragehilfen gibt, sollte nach Möglichkeit in den ersten Monaten ein Tragetuch verwendet werden. Ist dies nicht möglich, ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Tragehilfe der Wahl bestimmte Eigenschaften erfüllt. Die Anhock-Spreiz-Haltung des Kindes ist unverzichtbar, ebenso die Unterstützung des natürlichen Rundrückens. Die Tragehilfe sollte also einen breiten Steg haben, der von Kniekehle bis Kniekehle reicht. Weiterhin sind weiche und (unter-)stützdene Eigenschaften der Rückenpartie notwendig. Nur so kann das Baby die korrekte Haltung in der Tragehilfe einnehmen.

  • Spezielle Tragekleidung ist an kühlen Tagen sehr hilfsreich. Auf zusätzliche (eventuell) störende Stoffschichten kann verzichtet und so ein Tragen des Kindes eng am Körper der Eltern ermöglicht werden. Trotzdem sollte auch hier immer die Körpertemperatur des Kindes kontrolliert werden. Ist z.B. der Nacken feucht, ist es dem Kind zu warm. Sind dagegen die Waden des Kindes kalt, friert es. Bewährt hat sich das Anziehen nach dem Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten übereinander. So kann nach Bedarf ganz individuell die Körpertemperatur durch das An- bzw. Auszeihen einzelner Kleidungstücke reguliert werden.

Zitat: Tragekalender 2009

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